Polen: Diplomatische Note zu Reparationen fordert 1,3 Billionen Euro

WARSCHAU (dpa-AFX) -Eine Anfang Oktober von Polen an die Bundesregierung versandte diplomatische Note zu Reparationsforderungen enthält nach Angaben der Regierung in Warschau die konkrete Summe von umgerechnet mehr als 1,3 Billionen Euro. Dies umfasse sowohl die materiellen als auch die nicht-materiellen Schäden, die Polen durch den Zweiten Weltkrieg und die deutsche Besatzung erlitten habe, teilte das Außenministerium am Freitag in Warschau mit. Bislang war der genaue Inhalt der diplomatischen Note nicht bekannt.

In dem Dokument sei von "Entschädigung" und nicht von "Reparationen" die Rede, hieß es in der Erklärung des Außenministeriums weiter. Der Begriff Entschädigung sei "sehr viel weiter gefasst und umfasst sowohl Reparationen im völkerrechtlichen Sinne als auch andere Ansprüche, die in der Note beschrieben werden", so die Begründung.

Polens nationalkonservative PiS-Regierung thematisiert die Weltkriegs-Reparationen seit Jahren. Am 1. September hatte eine Kommission des polnischen Parlaments einen Bericht vorgestellt, der die Höhe der Weltkriegsschäden auf mehr als 1,3 Billionen Euro beziffert. Am 3. Oktober hatte Warschau dazu eine diplomatische Note an die Bundesregierung geschickt.

Die Bundesregierung lehnt jegliche Reparationsforderungen ab. Für sie ist die Frage mit dem 2+4-Vertrag über die außenpolitischen Aspekte der deutschen Einheit abgeschlossen.