Pole protestiert in Warschau mit Selbstverbrennung gegen Regierungspolitik

Mahnwache nach der versuchten Selbstverbrennung

Im Zentrum der polnischen Hauptstadt hat sich am Donnerstag ein Mann aus Protest gegen die Politik der nationalkonservativen Regierung in Brand gesteckt. Eine Polizeisprecherin sagte in Warschau, der Mann habe vor dem Kulturpalast eine Flüssigkeit über sich geschüttet und sich dann angezündet. Er wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Boden um ihn herum lagen regierungskritische Flugblätter.

Die Stadtratsabgeordnete Paulina Piechna-Wieckiewicz sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe den Mann brennen sehen, als sie von einer Sitzung kam. Menschen hätten versucht, die Flammen mit Feuerlöschern zu tilgen. Aus einem Lautsprecher sei das Lied "Ich liebe und ich verstehe die Freiheit" zu hören gewesen - ein Song einer polnischen Rockband aus den 90er Jahren.

Die liberale Abgeordnete veröffentlichte das zweiseitige Flugblatt auf Twitter. Darin heißt es: "Ich hoffe, mit meinem Tod viele Menschen aufzurütteln." Der Mann wirft der regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) unter anderem vor, Bürgerrechte einzuschränken, die Verfassung zu brechen und die unabhängige Justiz zu zerstören.

PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski wird beschuldigt, "Blut an den Händen" zu haben. Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Machtverhältnisse zu ändern, "bevor unser Land vollständig zerstört wird und wir vollständig unserer Freiheit beraubt werden".