Pole leitet Spiel gegen Schweden

Schiedsrichter Szymon Marciniak leitet das Spiel der DFB-Elf gegen Schweden

Mit sich selbst im Fußball-Trikot hätte Szymon Marciniak als Schiedsrichter große Probleme. "Wenn ich ehrlich bin, war ich ein verrückter Fußballer. Mit mir hatten es die Unparteiischen nie leicht", sagt der polnische Referee, der am Samstag in Sotschi das zweite WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden (ab 20.00 Uhr im LIVETICKER) pfeift.

Der 34-Jährige, der als jugendlicher Fußballer für den polnischen Erstligisten Wisla Plock in seiner Heimatstadt aktiv war und es später als "Mittelfeldmotor" immerhin in die 4. Liga schaffte, profitiert heute aber von seinen Erfahrungen als Spieler.

"Es hilft ungemein, wenn man gespielt hat. Dass ich selbst so ein verrückter Hund war, macht es mir leichter, gut mit denen auszukommen, die Ärger auf dem Platz machen", äußert Marciniak. Mit der Zeit hat der Unparteiische, der seit 15 Jahren Spiele pfeift, seine ganz eigene Strategie im Umgang mit schwierigen Situationen entwickelt.

"Oft ist es am besten, man sagt erst einmal gar nichts zu den Spielern, weil die Frustration nach einer Entscheidung sehr hoch sein kann", sagt Marciniak, der im "normalen Leben" sein Geld als Geschäftsmann verdient: "Nach einer Weile kann man dann einen kleinen Witz machen - das löst die Anspannung."


DFB-Team hat gute Erinnerungen

Diese Vorgehensweise hat die deutsche Mannschaft schon kennengelernt. WM-Debütant Marciniak, der 2009 seine Premiere in der polnischen Eliteklasse gefeiert hat und schon zwei Jahre später zum FIFA-Referee aufstieg, war bei der EM-Endrunde vor zwei Jahren in Frankreich beim Achtelfinale in Lille gegen die Slowakei im Einsatz.

Damals gewann die deutsche Auswahl 3:0 (2:0).

Bei der Endrunde in Russland leitete der Schiedsrichter bereits die Partie zwischen Argentinien und Island (1:1) in Moskau.