Pol Espargaro trauert verpassten Siegchancen bei KTM nicht nach

Juliane Ziegengeist
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Zu Beginn der Woche überraschte Repsol-Honda seinen neuen MotoGP-Stammfahrer Pol Espargaro in Andorra mit einer Sitzprobe auf der RC213V, die auch schon die Startnummer 44 trug. Mit der Maschine, auf der Marc Marquez sechs Titel einfuhr, will es auch Espargaro an die Spitze der Königsklasse schaffen.

Ein MotoGP-Sieg war dem Spanier bisher nicht vergönnt - auch wenn er 2020 mit KTM ein paar Mal knapp daran vorbeischrammte. "In Tschechien, bevor uns Johann (Zarco; Anm. d. R.) von der Strecke befördert hat, war ich in der Position, um den Sieg zu kämpfen", erinnert sich Espargaro etwa an das Rennen in Brünn.

"In Österreich war ich bis zur letzten Kurve dabei, kämpfte mit Jack (Miller). Auch im ersten Österreich-Rennen, bevor die rote Flagge kam, war die Chance da", zählt er zwei weitere Siegchancen auf. "Es gab also einige Matchbälle. Aber aus dem einen oder anderen Grund konnten wir keinen davon verwandeln."

Espargaro: "Die Möglichkeit zu siegen war da"

Während sowohl Teamkollege Brad Binder (1x) als auch Markenkollege Miguel Oliveira (2x) triumphierten konnten, schaffte es Espargaro zwar als Dritter fünfmal aufs Podest und schloss die MotoGP-Saison als bester KTM-Pilot auf WM-Rang fünf ab, stand aber nie ganz oben auf dem Treppchen. Hadern will er deshalb nicht.

"Die Möglichkeit zu siegen war da - das ist, was ich am Ende mitnehme", sagt der Spanier. "Sicherlich hätte ich diesen ersten Sieg gerne mit KTM gefeiert, keine Frage. Aber diesen klaren Vorteil, den wir in Brünn und auch in Spielberg hatten - mit dem Bike, dem Setting, den Reifen - habe ich danach nicht mehr gespürt."

Gelingt der erste MotoGP-Sieg nun bei Honda? Ohne Marc Marquez, der verletzungsbedingt pausieren musste, erwies sich der Hersteller 2020 als nicht siegfähig. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich selbst erfahrene Piloten bei einem Wechsel zu Honda schon mal schwer tun - siehe Jorge Lorenzo im Jahr 2019.

Wechsel zu Honda eine einmalige Gelegenheit

Seine Entscheidung, KTM Richtung Honda zu verlassen, bereut Espargaro trotz der jüngsten Leistungssteigerung seines nunmehr Ex-Teams aber nicht. "Das war eine Entscheidung, die ich vor dem Start der Saison getroffen habe. Ich habe mich so entschieden, weil ich wusste, dass es eine großartige Gelegenheit ist", betont er.

"Die meisten Jungs im MotoGP-Paddock warten auf eine solche Gelegenheit. Insofern konnte ich nicht Nein sagen. Es ist eines der besten Motorräder auf dieser Welt, wenn man in der Geschichte zurückblickt. Und ich bin gespannt, wie schnell wir uns anpassen können und die Ergebnisse erzielen werden, die ich mir vorstelle."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.