Pol Espargaro muss auf ersten Honda-Test warten: "Wird ein langer Winter"

Gerald Dirnbeck
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In einem normalen MotoGP-Jahr gibt es in der Regel im November noch Testfahrten. Fahrer, die Teams oder Hersteller wechseln, haben meistens die Möglichkeit, ihre neuen Motorräder kennenzulernen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurden diesmal die Novembertests komplett gestrichen.

Derzeit sind die nächsten offiziellen Testfahrten vom 19. bis 21. Februar in Sepang geplant. Die Strecke in Malaysia hat jüngst versichert, dass diese Testfahrten auch stattfinden können, sollte sich die Corona-Situation bis dahin nicht drastisch ändern.

Das bedeutet, dass die Teamwechsler den gesamten Winter warten müssen. Das trifft auch auf Pol Espargaro zu, der von KTM zu Honda wechselt und neuer Teamkollege von Marc Marquez sein wird.

"Es wird ein langer Winter und viele Dinge werden mir durch den Kopf gehen", sagt Espargaro. "Entscheidungen sind getroffen worden. Ich verlasse KTM. Es wird lange dauern, bis ich wieder auf ein Motorrad steigen werde."

"Ich werde oft darüber nachdenken, dass ich KTM nicht verlassen hätte sollen. Aber ich werde auch oft darüber nachdenken, dass es die richtige Entscheidung war. Das wird sich jeden Tag ändern. Aber so ist das, wenn man eine wichtige Entscheidung für seine Karriere trifft."

Denn als er im Frühling das Honda-Angebot angenommen hat, war noch nicht klar, welche Fortschritte KTM gemacht hat. Auf dem Papier wechselt Espargaro ins schlechtere Team, denn Honda ist in allen WM-Wertungen hinter KTM gelandet.

Dass ihm das Kopfzerbrechen bereitet, gibt der Spanier offen zu. Aber er hält auch fest: "Als Athlet werde ich damit umgehen." Den Winter verbringt er mit seiner Frau Carlota und dem gemeinsamen Kind in seiner Wahlheimat Andorra.

Es bleibt auch viel Zeit, um die vergangenen Monate zu reflektieren: "Ich denke, dass alle sehr viel in diesem Jahr gelernt haben. Es war ein sehr intensives Jahr mit vielen Rennen. Die Saison war kurz, aber das Level der Fahrer war sehr hoch. Es war psychologisch sehr intensiv."

"Wenn man drei Rennen hintereinander fährt und man Stürze hat, dann zerstört einen das körperlich. Ich habe sehr viel gelernt. Das nächste Jahr wird für alle hoffentlich ruhiger und einfacher", hofft Espargaro auf eine normalere Saison.

"Diese Saison war großartig. Wir haben im ersten Lockdown nie erwartet, dass wir so eine Saison haben werden. Man muss sich bei der Dorna und allen Leuten in dieser MotoGP-Welt bedanken, dass diese Saison stattfinden konnte."

Mit fünf Podestplätzen, zwei Pole-Positions und einer schnellsten Rennrunde war 2020 das bisher erfolgreichste Jahr von Espargaro. Er wurde WM-Fünfter.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.