Poetischer Appell an Katar

Scheich Mohammed ben Rasched al-Maktum

Dubais Herrscher hat die Poesie gewählt, um in der diplomatischen Krise mit Katar das Golfemirat zum Nachgeben zu bewegen. In dem Gedicht unter dem Titel "Al-Darb Wadeh" (Der Weg ist klar) rief Scheich Mohammed ben Rasched al-Maktum das Nachbarland am Mittwochabend auf, an der Seite seiner Partner im Golfkooperationsrat (GCC) zu bleiben, mit denen Katar durch "Blut", "Boden" und "Glauben" verbunden sei.

"Katar wendet sich einem nahen Fremden zu, dem Schwachen", schrieb Scheich Mohammed in dem auf der Fotoplattform Instagram veröffentlichten Gedicht in Anspielung auf Katars Beziehungen zum Iran, dem Erzrivalen Saudi-Arabiens. "Es ist Zeit, sich zu einigen, sich zu schützen, fern jeden Hasses", schrieb Dubais Herrscher, der auch Vizepräsident und Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate ist.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Emirate werfen Katar vor, radikale Islamisten wie die Muslimbruderschaft zu unterstützen und ihre harte Linie gegenüber dem Iran nicht mitzutragen. Sie brachen daher am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen Wüstenstaat ab und verhängten eine Blockade. Vor einer Woche legten sie zudem eine Liste mit 13 Forderungen vor und gaben Katar zehn Tage Zeit, sie zu erfüllen.