Plus-Size-Model kontert Hatern mit Body-Positive-Kampagne

Ganz unterschiedliche Frauen sind in Phase zwei der #becauseitsmybody-Kampagne vertreten. (Bild: Shaira Chaer)

Body Shaming ist im Internet weit verbreitet, da viele Leute unaufgefordert ihren Senf dazu abgeben, wie andere auf Fotos in sozialen Netzwerken aussehen.

Plus-Size-Model und Instagram-Influencerin Denise Mercedes ist es gewohnt, wegen ihres Körpers beleidigt zu werden. Immer wieder wurde sie mit negativen Kommentaren bombardiert. Von Leuten, die Mercedes fett und übergewichtig nannten bis hin zu Leuten die ihr hartnäckig vorwerfen, andere zur Fettleibigkeit zu motivieren – das Model aus New Jersey sagt, sie habe schon alles gehört. Für die vielen Kommentare hat sie allerdings eine einzige Antwort, mit der sie die Menschen daran erinnern will, warum sie das alles nichts angeht: „Because it’s my body“ – weil es mein Körper ist.

Die 26-jährige ist eine Verfechterin der „Body Positivity“, bei der nicht gängige Schönheitsideale gelten, sondern jeder Körper als schön betrachtet wird – eben genau so, wie er ist. Aus diesem Grund verwandelte sie ihre Standardantwort in den Slogan für eine Body Positive-Kampagne, die sie 2016 unter dem Hashtag #becauseitsmybody startete. Als ihr klar wurde, dass alle negativen Kommentare die Notwendigkeit nahelegten, allen Kleidergrößen eine Plattform zu geben, kontaktierte Mercedes Frauen mit ganz unterschiedlichen Figuren und Kleidergrößen und bat sie, an „Phase eins“ ihrer wachsenden Bewegung teilzunehmen.


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„Beim ersten Fotoshooting hatte ich nur Frauen. Es waren nur ich und vier Mädels“, erzählt Mercedes Yahoo Lifestyle. „Wir trugen alle Unterwäsche und es gab kein Photoshop. Ich stellte sicher, dass der Fotograf Cellulite und jeden Dehnungsstreifen einfing und ließ ihn all unsere Makel in Nahaufnahme fotografieren. Die Reaktionen waren sehr gut, und das war lediglich Phase eins.“

Für Phase zwei, die Dienstagabend startete, ging Mercedes einen Schritt weiter, nachdem sie die wachsende Akzeptanz für ein weiter gefasstes Schönheitsideal bemerkte — etwas, für das sie schon lange vor dem Aufkommen der Bezeichnung „Body Positivity“warb.

Im zweiten Teil der Kampagne gibt es auch Männer. (Bild: Shaira Chaer)

„Als ich eine Plus-Size-Modebloggerin und ein Plus-Size-Model wurde, erkannte ich, dass es eine strikte Trennung zwischen Plus-Size-Modeln und Plus-Size-Mode und anderen Models gab, die einfach nur Models waren“, erklärt Mercedes. „Man nannte sie nicht dünne Models, man nannte sie einfach Models. Warum nennen wir nicht jeden einfach Model?“

Denselben Unterschied, den sie zwischen Models mit Standardgröße und Plus-Size-Models bemerkte, bemerkte sie später auch in der Body-Positive-Bewegung. Während die Menschen auf den ersten Blick für die Akzeptanz unterschiedlicher Körpertypen plädierten, waren in Wahrheit nur Frauen mit Übergröße in diesen Kampagnen vertreten, während jeder andere ausgeschlossen wurde.

Genau wie Mercedes vor vier Jahren den Versuch gewagt hatte, mit einer Größe von 1,62 m und Kleidergröße 44 Model zu werden, wo es etwas Derartiges damals nicht gab, machte sie sich nun daran, das Konzept der Body Positivity auf den Kopf zu stellen, indem sie auf Männer und Frauen mit Kleidergröße 34 aufmerksam macht, die sich in ihrem Körper ebenfalls nicht immer wohl fühlen.

Inklusivität ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um Body Positivity geht. (Bild: Shaira Chaer)

„Jeder wird kritisiert“, sagt Mercedes. „Es ist nicht nur eine Pro-Plus-Size-Kampagne, es ist einfach eine Kampagne für alle Körper – ganz einfach. Und jeder ist darin eingeschlossen.“

Bei Mercedes’ jüngster Bemühung, ganz unterschiedliche Teilnehmer für ihre Bewegung zu finden, erstellte sie auf der neuen Kampagnenwebseite einen Bereich, über den Leser ihre persönliche Geschichte einsenden können. Obwohl sie das Gefühl hat, dass sie allein durch die Bereitstellung der Plattform etwas bewegen konnte, fokussiert sie sich mit Phase zwei auf die Frage, was Inklusivität wirklich bedeutet und gibt den Leuten die Möglichkeit, darauf zu antworten.

„Ich möchte daraus eigentlich etwas Gemeinschaftliches machen, weil ich nicht will, dass sich jemand ausgeschlossen fühlt“, erzählt sie. „Wer immer sich darin wiederfindet, der ist auch ein Teil davon.“

Kerry Justich