Löwen trotzen Terminhatz und Barca - Kiel verliert

Andy Schmid musste mit den Löwen zwei Mal innerhalb 24 Stunden spielen

Die Rhein-Neckar Löwen haben erfolgreich die Müdigkeit bekämpft und ihren "Doppelschlag" ohne Niederlage überstanden.

Während der deutsche Handball-Meister trotz der Strapazen mit zwei Partien binnen 25 Stunden auch im 17. Pflichtspiel in Folge unbesiegt blieb, erhielt der Aufwärtstrend des THW Kiel einen herben Dämpfer. Nach dem 26:29 (15:14) in der Champions League gegen RK Celje gerät sogar der Einzug ins Achtelfinale in Gefahr.

Die Löwen kann dagegen derzeit kaum etwas aus der Erfolgsspur bringen. Selbst die Tortur mit dem Bundesligaduell am Samstagabend beim SC DHfK Leipzig (29:23) und dem Spitzenspiel in der Königsklasse am Sonntag beim FC Barcelona steckten die Mannheimer weg. In der katalanischen Metropole erkämpften sich die Gäste überraschend ein 26:26 (13:13) und hielten in der Gruppe B als Zweiter mit elf Punkten den Anschluss an Titelverteidiger Vardar Skopje (13).(Die Tabelle der Champions League)

Kiel droht Vorrunden-Aus

Der dreimalige Titelträger aus Kiel liegt nach dem Abschluss der Hinrunde mit fünf Zählern aus sieben Spielen nur auf Platz sieben der Gruppe B, die einstigen Rivalen Paris St. Germain (12), MKB Veszprem (11) und die SG Flensburg-Handewitt (10) sind längst enteilt. Steigert sich der THW nicht, gerät sogar die K.o.-Runde, für die sich auch noch der Gruppensechste qualifiziert, außer Reichweite.

Bis eine Viertelstunde vor Schluss hatte es danach ausgesehen, als könne Kiel die kleine Erfolgsserie nach 9:1 Punkten in der Bundesliga fortsetzen, vergab aber mehrfach die Chance, sich entscheidend abzusetzen. "Nach der Pause kam zu wenig Druck aus dem Rückraum. Die Abwehr war nicht beweglich genug. Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben", sagte Gislason bei Sky und ärgerte sich über "dumme Fehler". Einzig der 37 Jahre alte Routinier Christian Zeitz (5 Tore) und der Schwede Niclas Ekberg (6) überzeugten.

Löwen kämpfen sich zurück

In Barcelona deutete zunächst vieles darauf hin, dass die Löwen-Serie reißt. Trainer Nikolaj Jacobsen und seine Spieler waren erst wenige Stunden vor Spielbeginn angereist und gerieten schnell mit 1:5 in Rückstand. Doch noch vor der Pause kamen die Löwen angeführt vom überragenden Momir Rnic (insgesamt acht Tore) zurück ins Spiel und gingen nach dem Seitenwechsel sogar mit drei Treffern in Führung (19:16).

Auch wenn die Kräfte zusehends schwanden, verteidigte der deutsche Meister den knappen Vorsprung. Beim Stand von 26:24 war der Überraschungssieg zum Greifen nah, doch Barcelona schlug zurück. Dennoch feierten die Mannheimer nach der Schlusssirene das Unentschieden wie einen Sieg. Sie hatten allen Grund dazu.