Playoff-Kampf: Kepler stellt die MLB auf den Kopf

Matthias Ondracek
Max kepler ist bald nicht mehr der einzige Deutsche bei den Minnesota Twins

Die Minnesota Twins sind gut zehn Spiele vor Saisonende in der MLB mittendrin im Rennen um die Playoff-Plätze.

Im Kampf um einen der beiden Wildcard-Spots in der American League hat Rekordmeister New York Yankees vor dem dritten direkten Duell mit den Twins die Pole Position inne. Die Yankees gewannen auch die ersten beiden direkten Duelle.

Das Team von Max Kepler liegt derweil knapp vor den Los Angeles Angels. Dem einzigen Deutschen in der besten Baseball-Liga der Welt winkt seine erste Teilnahme an der Postseason. Noch vor einem Jahr war dieses Szenario in Minneapolis kaum vorstellbar.

Horror-Jahr 2016

Das Jahr 2016 war für die Twins eines zum Vergessen. Schon der Saisonstart ging mit neun Pleiten in Serie völlig daneben. Ende April stand eine Bilanz von 7:17-Siegen zu Buche. Davon erholte sich die Mannschaft von Manager Paul Molitor nicht mehr. (SERVICE: SPORT1 erklärt Baseball)

Mit 103 Niederlagen und nur 59 Siegen schloss Minnesota die Vorsaison als schlechtestes Team der gesamten MLB ab. Niemand sonst kassierte mehr als 94 Pleiten. In der laufenden Spielzeit präsentiert sich die junge Truppe aus dem mittleren Westen der USA jedoch wie verwandelt.


Vertrauen in Jungstars

Schon während der verkorksten Saison 2016 machten die Twins aus der Not eine Tugend. Konsequent schenkte der frühere All-Star Molitor seinen talentierten Jungstars das Vertrauen. Beinahe wie kein Zweiter profitierte davon Max Kepler.

Der Deutsche war als Nachfolger von Oldie Torii Hunter als Stammkraft im Right Field installiert worden. Das Ausnahmetalent zahlte das Vertrauen zurück und bewies mit 17 Homeruns und 63 Runs Batted In seine Qualitäten. In diesem Jahr ernten Molitor und seine Twins nun die Früchte des Jugendwahns aus der Vorsaison.

Aktuell steht er bereits bei 18 Homeruns und 64 ins Ziel geschlagenen Punkten (RBI). Schwächen hat er noch gegen Linkshänder, der Schlagdurchschnitt von aktuell .243 ist ebenfalls noch verbesserungswürdig.

Playoff-Teilnahme in Reichweite

Minnesota zählt zu den besseren Teams in der American League und kann sich berechtigte Hoffnungen auf die erste Playoff-Teilnahme seit 2010 machen. Aktuell stehen die Twins (78 Siege - 73 Niederlagen) hauchdünn vor den Angels (76:74) auf dem letzten Playoff-Platz. Dahinter lauern noch Texas (74:76), Seattle (74:77) und Kansas City (73:77).

Die junge Garde um Max Kepler, Byron Buxton oder Miguel Sano erhält tatkräftige Unterstützung. Spieler wie Eddie Rosario oder Jorge Polanco traten aus dem Schatten ihrer Kollegen heraus. Top-Pitching-Prospect Jose Berrios ist in der Liga angekommen und Routinier Joe Mauer erlebt im Alter von 34 Jahren seinen x-ten Frühling.


Kepler vor rosiger Zukunft

All diese Zutaten ergeben in diesem Jahr eine Mischung, die funktioniert. Schon in den Nachwuchsligen zeigten die künftigen Stars der Twins ihre Extraklasse.

Buxton, Sano und Kepler gewannen auf jedem Level der unter der MLB gestaffelten Minor League die Meisterschaft. Insgesamt vier Titel heimste das Top-Nachwuchstrio der Twins während seines Reifeprozesses ein.

Vor dem Meister von 1991 liegt eine rosige Zukunft. Und der Berliner Kepler ist ein großer Teil davon.