Platzverweis des Tages: Dzenis Burnic (VfB Stuttgart)

SID
Platzverweis des Tages: Dzenis Burnic (VfB Stuttgart)

Hannes Wolf blickte finster drein. "Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nach Spielen nichts zum Schiedsrichter zu sagen", gab der Trainer des VfB Stuttgart nach der 1:3 (0:1)-Niederlage beim Hamburger SV zu Protokoll. Und es war klar, dass Wolf nun seine selbst auferlegte Regel missachten würde.
"Es war nicht einmal ein Foul", zürnte der 36-Jährige und meinte damit die womöglich spielentscheidende Szene. Schon in der 12. Spielminute verloren die Schwaben ihren Mittelfeldkämpfer Dzenis Burnic aufgrund einer stark umstrittenen Gelb-Roten Karte von Schiedsrichter Guido Winkmann - nur Mame Diouf (früher Hannover 96) sah in der Bundesliga-Historie einmal genauso früh eine "Ampelkarte". Dem geknickten Youngster Burnic machte dabei niemand einen Vorwurf. "Der spielt den Ball", sagte Sportvorstand Michael Reschke.
Wolf ärgerte bei der Entscheidung in Hamburg besonders, dass der in Köln sitzende Videoreferee aufgrund der Regularien nicht aktiv werden durfte. Obwohl die Auswirkung auf die Partie erheblich waren. Dies bestätigte auch Winkmann. "Bei einer Gelb-Roten Karte ist der Videoschiedsrichter überhaupt nicht befugt, einzugreifen", sagte der 43-Jährige am Sky-Mikrofon: "Ich habe heute einen Fehler gemacht, da muss ich zu stehen und das muss man auch mal zulassen." Für den VfB ein Fehler mit Folgen.
Mit zehn Mann waren die Gäste dem HSV klar unterlegen und schafften nur den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Daniel Ginczek per Handelfmeter nach Videobeweis (55.). Zuvor hatte Ron-Robert Zieler die HSV-Führung durch einen Fehler nach einem harmlosen Freistoß von Aaron Hunt ermöglicht (20.). Der frühere Stuttgarter Filip Kostic (65.) und das 17 Jahre alte Sturmtalent Jann-Fiete Arp (69.) sorgten schließlich für die sechste Niederlage des VfB im sechsten Auswärtsspiel. "Ein bitterer Nachmittag", resümierte Wolf schließlich frustriert.