Ein Platz für Köln: Proteste gegen die neue Mitte von Rodenkirchen

Als der Maternusplatz 2007 umgestaltet wurde, waren nicht alle einverstanden.

Im Frühjahr 2007 wurde bei der Kölner Bauaufsicht der Bauantrag eingereicht für zwei Gebäude auf dem südwestlichen Teil des Maternusplatzes. Im Sommer des gleichen Jahres teilte die Verwaltung der Bezirksvertretung mit, dass sie den Antrag positiv bescheiden wird. Das ist jetzt zehn Jahre her - ein kleines Jubiläum. Es war ein Schlusspunkt nach einer jahrelangen Diskussion um die Neugestaltung des Maternusplatzes in Verbindung mit dem Bau der Tiefgarage und zwei mehrgeschossigen Bauten.

Bereits 2001 hatte das Architekturbüro JSWD, damals hieß es noch WJD, den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen für die Umgestaltung mit Neubebauung des Maternusplatzes samt Tiefgarage. Die Politik war sich aber im Nachhinein jahrelang nicht einig.

Vorbehalte gegen das Projekt

Die Planvorlagen wurden hin und her diskutiert und immer wieder verändert. 2005 kam dann mit dem Ratsbeschluss der Startschuss - obwohl in Rodenkirchen Teile der Bezirksvertretung und der Bevölkerung immer noch nicht zufrieden waren und Vorbehalte hatten gegen das Bauprojekt.

Heute wird der Maternusplatz gut angenommen und ist zum belebten Zentrum geworden. An den Bänken um die Pflanztröge sitzen bei schönem Wetter Vertreter aller Generationen, Kinder haben Freiraum zum Laufen oder für erste Versuche mit dem Rädchen. Die Gastronomie mit den Draußen-Plätzen hat sich bestens entwickelt. Im Sommer stehen zeitweise Liegestühle auf dem Platz - zur freien Benutzung.

Der Obst- und Gemüsemarkt ist zweimal in der Woche eine tragende Säule der Belebung, zusätzlich gibt es einen Biomarkt und allerhand Veranstaltungen, die die AG Rodenkirchen organisiert. Da ist demnächst der Lifestylemarkt am 24. September, dann kommt der Winterzauber, es finden ein Frühjahrsmarkt und eine Weinwoche statt. Nur die pflegeleichten Gleditschien, die die Stadt in die Tröge gepflanzt hat, wirken recht mager.

„Die Bäume sollten schneller wachsen und länger das Laub behalten", findet auch Frederik Jaspert vom Büro JSWD.

Das Architektenteam mit den Brüdern Frederik und Konstantin Jaspert, mit Jürgen Steffens, Rolf Watrin und Olaf Drehsen sowie alle Mitarbeiter sind im Jahr 2009 in den Neubau am südwestlichen Ende des Maternusplatzes eingezogen.

„Dazu haben wir uns erst entschlossen, als der Rohbau schon stand", erzählt Frederik Jaspert. Zuvor hatte JWD die Büros an zwei Standorten in Rodenkirchen - an der Kirchstraße und „Auf dem Brand".

Der Umzug sei sinnvoll gewesen, weil die Zusammenarbeit in einem Haus einfacher sei, sagt Frederik Jaspert. Aus Altersgründen ist Rolf Watrin inzwischen ausgeschieden aus der JSWD Architekten GmbH & Co. KG, sein Name ist geblieben.

„Sozialer Mittelpunkt"

Von seinem Bürofenster aus hat Frederik Jaspert den besten Blick nach unten auf den Maternusplatz. „Der Platz ist ein sozialer Mittelpunkt geworden", findet der Architekt, der seit 50 Jahren im Kölner Süden lebt und hier verwurzelt ist - wie auch die anderen Mitgesellschafter von JSWD. Selbst von einstigen Kritikern habe er inzwischen sehr viel positive Resonanz erhalten.

Diese einstigen Kritiker wollten den ursprünglichen oberirdischen Parkplatz behalten, der mit großen, schattenspendenden Bäumen umsäumt war. Die Tiefgarage und vor allem die Kopfbebauung lehnten sie ab, und sie befürchteten schon im Vorfeld Geschäftseinbußen während der Bauarbeiten.

Als die Arbeiter mit ihren Sägen kamen, um die Bäume zu fällen und das Baufeld für die Tiefgarage vorzubereiten, stellten sich Bürger schützend vor die Stämme. Die Polizei löste die Demo auf. Ab September 2006 wurde die Grube gegraben für die Tiefgarage.

„Die Menschen hatten Angst vor der Veränderung", sagt Frederik Jaspert. Das könne er verstehen. Ein wenig ärgert er sich immer noch, dass der Brunnen nicht gebaut wurde, den die Architekten ursprünglich in der Platzmitte vorgesehen hatten.

Aber es habe damals Widerstände gegeben, besonders die Markthändler hätten größten Wert auf eine große freie Fläche gelegt ohne „störendes" Element in der Mitte. Abgesehen davon sei es nicht ganz einfach gewesen, den Brunnen direkt auf das Dach der Tiefgarage zu stellen. Die Machbarkeit sei allerdings wegen der Einwände auch nicht intensiv geprüft worden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta