Der Plan von Royal Dutch Shell funktioniert

Motley Fool Investmentanalyst

2017 war ein fantastisches Jahr für Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M). Die Finanzergebnisse des Unternehmens kommen nicht annähernd an die Ergebnisse heran, die das Unternehmen vor vier oder fünf Jahren veröffentlicht hat, doch die Tatsache, dass es in diesem Öl- und Gasumfeld solche Ergebnisse vorweisen kann, ist ein Beweis dafür, dass das Management mit seiner neuen Kostenstruktur und Ausgabenpolitik recht hatte.

Dieses Quartal war für das Unternehmen ein kleiner Meilenstein, da es in der Lage war, einen Cashflow wie zu den besten Zeit zu erwirtschaften, wobei die Ölpreise nur halb so hoch waren wie damals. Werfen wir einen Blick auf die jüngste Geschäftsentwicklung von Shell und darauf, was die Anleger in den kommenden Quartalen erwartet.

Die Zahlen

Kennzahl Q3 2017 Q2 2017 Q3 2016
Umsatz 75,8 Milliarden USD 72,13 Milliarden USD 71,79 Milliarden USD
Reingewinn 4,09 Milliarden USD 1,54 Milliarden USD 1,37 Milliarden USD
Gewinn pro Aktie (ADS) 1,00 USD 0,38 USD 0,86 USD
Operativer Cashflow 7,58 Milliarden USD 11,28 Milliarden USD 8,59 Milliarden USD

Datenquelle: Royal Dutch Shell. ADS = American Depository Shares.

Wenn es um die Renditen für die Investoren geht, sollten wir Shell vielleicht nicht mehr als ein rückständiges Unternehmen in diesem Bereich ansehen. Die letzten Ergebnisse haben nämlich eine deutliche Verbesserung gezeigt. Die erste Kennzahl, die hier auffällt, ist der Anstieg des Reingewinns auf 4,09 Milliarden US-Dollar. Das war das beste Quartal, das Shell seit dem dritten Quartal 2014 hatte, als der Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Brent bei 107 US-Dollar pro Barrel lag.

Dies ist ein Beleg für die Kostensenkung und das Portfoliomanagement, die Shell in diesem Abschwung unternommen hat, um den Kostendeckungspreis zu senken und die Performance seiner nachgelagerten Vermögenswerte zu verbessern. Der einzige Grund dafür, dass der Cashflow aus dem operativen Geschäft nicht ganz so robust aussieht wie der Nettogewinn, liegt daran, dass es im Quartal einen Anstieg des Arbeitskapitals um 2,5 Milliarden US-Dollar gab.

Betrachtet man die verschiedenen Geschäftssegmente, so hat sich keines besser entwickelt als die anderen, weil sie alle ein respektables Quartal erreicht haben. Die Öl- und Gaspreise stiegen, die Raffineriemargen erhöhten sich und die Margen der Chemiesparte blieben konstant. Obwohl es ermutigender wäre, wenn einige dieser besseren Ergebnisse auf eine höhere Produktion oder neue Downstream-Anlagen zurückzuführen wären, so war es doch eine erfreuliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Datenquelle: Royal Dutch Shell. Grafik: Autor.

Das Management setzte seinen Plan der Schuldenreduzierung fort und zahlte 2,5 Milliarden US-Dollar zurück. Das Unternehmen verbrannte jedoch etwas Geld, sodass die operativen Schulden insgesamt in etwa gleich blieben. Die Nettoverschuldung von Shell beläuft sich derzeit auf 67,6 Milliarden US-Dollar. Der Nettoverschuldungsgrad beträgt 25,4 %.

Was das Management zu sagen hatte

In ihrem Video zur Pressemitteilung hat sich CFO Jessica Uhl darauf konzentriert, wie das Unternehmen seine Cash-Position weiter verbessert:

Insgesamt arbeiten wir weiterhin an den vier Säulen unseres finanziellen Rahmenprogramms: Veräußerungen, Investitionen, Betriebskosten und neue Projekte.

Diese tragen wesentlich zu unserem Cashflow bei. In den letzten vier Quartalen erwirtschafteten wir einen freien Cashflow von rund 27 Milliarden US-Dollar, davon etwa 11 Milliarden US-Dollar aus Erträgen aus Veräußerungen.

Bis heute haben wir 20 Milliarden US-Dollar an Veräußerungen abgeschlossen, einschließlich des Verkaufs unserer Vermögenswerte in der Nordsee und in Gabun. Wir sind auf Kurs, das Ziel von 30 Milliarden US-Dollar an Veräußerungen zwischen 2016 und 2018 zu erreichen. Wir erzielen gute Ergebnisse und ich möchte die Dynamik weiter stärken, mit einem starken Fokus auf Performance-Management, Einfachheit und Kosten.

Ansichten eines Fools

Wenn es Zweifel gab, ob Shell in der Lage wäre, den Ruf eines Unternehmen mit niedrigen Renditen abzuschütteln, hat dieses Quartal sie wohl zunichte gemacht. Eine weitere Schuldenreduzierung in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar aufgrund von Veräußerungen sollte das Unternehmen in eine deutlich bessere Position versetzen, um den Aktionären Kapital in Form von Dividenden und Rückkäufen zurückzuführen.

Es gibt keine absolute Gewissheit darüber, wohin sich der Öl- und Gasmarkt entwickeln wird, aber Shell scheint für einen möglichen Abschwung viel besser gerüstet zu sein und könnte von höheren Öl- und Gaspreisen gut profitieren.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe auf Englisch verfasst und am 13.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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