"Der Plan ist ein Meisterwerk": EU plant schärfere Klimagesetze

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Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent zu senken. Dazu sollen sämtliche Klimagesetze auf ihre rechtliche Verbindlichkeit hin überprüft werden.

Euronews sprach mit Francesco La Camera, er ist Leiter der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA). Für ihn ist der Plan auf dem Papier großartig: „Auf die Einigung folgt die Gesetzgebung. Es kommt also auch auf die rechtliche Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten an, zu handeln. Dann kann die Europäische Union auch über die Null-Emissionsgrenze diskutieren. Für mich ist der Plan eine Art Meisterwerk.

La Camera: Deutschland mit Abkehr von Atomernergie vor Herausforderung

Bislang ist es nur ein Vorschlag, er muss auch umgesetzt werden. Glauben Sie, dass sich manche Mitgliedsstaaten querstellen?

Francesco La Camera: "Natürlich gibt es Staaten, die noch immer auf fossile Brennstoffe, wie Kohle und Braunkohle setzen. Die sind natürlich stärker gefordert. Auch Länder wie Deutschland stehen mit der Entscheidung, aus der Kernenergie auszusteigen, vor einer großen Herausforderung."

La Camera: Keine Nachfrage mehr nach Kernenergie

Euronews: "Die EU-Kommission hat sich immer noch nicht geäußert, ob sie die Kernenergie als nachhaltig oder nicht nachhaltig definiert."

Francesco La Camera: "Ich glaube nicht, dass irgendein privates Unternehmen heute noch in Kernenergie investieren würde. Natürlich sind wir der Ansicht, dass Innovationen in der Forschung immer noch wichtig sind. Doch zum jetzigen Zeitpunkt, in diesem Jahrzehnt, hat die Kernenergie für mich keinen allzu großen Stellenwert. Wenn wir vorausschauen auf die weltweite Energiewende, dann können wir sagen, dass der Energieverbrauch im Jahr 2050 nur noch zu zwei Prozent aus Kernenergie bestehen wird."

"Grüner Wasserstoff sauber und wettbewerbsfähig"

Euronews: "Was ist mit Wasserstoff? Derzeit gibt es einen großen Hype um Wasserstoff, vor allem in der Branche der fossilen Brennstoffe. Ist er wirklich grün und sauber?"

Francesco La Camera: "In unserem Szenario wird der Wasserstoff im Jahr 2050 zu 70 Prozent grün sein. Wir nehmen an, dass so die Realität aussehen könnte - eine Zukunft, in der die Wirtschaft stark von Gas abhängig sein wird. Wenn die Wirtschaft nicht kaputt gehen soll, müssen wir die Verwendung von Gas und Kunststoffen, sogar die Herstellung von Wasserstoff erlauben. Natürlich wird auf lange Sicht gesehen, der grüne Wasserstoff nicht nur der sauberste, sondern auch der wettbewerbsfähigste sein."

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