Plädoyer im NSU-Prozess fortgesetzt

Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München hat die Bundesanwaltschaft ihr Plädoyer fortgesetzt

Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München hat die Bundesanwaltschaft am Mittwoch ihr Plädoyer fortgesetzt. Am zweiten Tag des für mehrere Verhandlungstage geplanten Plädoyers hob Oberstaatsanwältin Anette Greger zunächst die Bedeutung Zschäpes als gleichberechtigtes Mitglied in der rechtsextremen Terrorzelle hervor. "Alle drei Mitglieder arbeiteten für ihre Sache ganz bewusst einvernehmlich Hand in Hand zusammen", sagte Greger.

Als Beleg für die Bedeutung Zschäpes nannte Greger die im NSU-Prozess gewonnenen Erkenntnisse zum Besitz von Computern und Handys. Die Ausstattung des NSU mit Sim-Karten für Mobiltelefone sei "ausschließlich" über Zschäpe erfolgt. Sie habe auch über das Haupthandy, den Hauptcomputer und das Hauptlaptop des NSU die Verantwortung gehabt.

In ihrer eigenen Aussage hatte Zschäpe erklärt, kein NSU-Mitglied gewesen zu sein und sich als abhängig von Mundlos und Böhnhardt bezeichnet. Mit den Verbrechen des NSU will sie nichts zu tun gehabt haben.

Mit dem Plädoyer, das voraussichtlich erst kommende Woche abgeschlossen wird, befindet sich der seit Mai 2013 andauernde NSU-Prozess in der Schlussphase. Zschäpe und vier mutmaßliche NSU-Helfer sind wegen der zehn Morde, zwei Bombenanschläge und fünfzehn Raubüberfälle angeklagt, die dem NSU angelastet werden.

Das rechtsextreme Terrortrio soll die Taten im Untergrund begangen haben. 1998 waren Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe untergetaucht und begingen laut Anklage aus dem Untergrund heraus unerkannt die Taten. Bekannt geworden war der NSU erst, nachdem sich im November 2011 nach einem Raubüberfall Böhnhardt und Mundlos bei einem Polizeieinsatz mutmaßlich das Leben nahmen und Zschäpe sich wenige Tage später bei der Polizei stellte.