Pirlo als Vorbild: Todibo will "der Beste der Welt sein"

Patrick Berger, Lukas Rott

Der eine oder andere Schalke-Fan wird sich darüber sicherlich schon gewundert haben. Das offizielle Instagram-Profil von Winter-Zugang Jean-Clair Todibo zieren nämlich neben den Flaggen von Frankreich und Französisch-Guayana (dort wurde Todibo geboren) auch eine deutsche.

Todibo lacht, als er darauf angesprochen wird und erklärt: "Das hängt damit zusammen, dass ich deutsche Vorfahren habe. Meine Großmutter kommt aus Deutschland."

Der deutschen Sprache ist der französische U20-Nationalspieler, der in einem Pariser Vorort aufwuchs, trotz der familiären Vorgeschichte aber nicht mächtig. Auch deshalb büffelt er ab sofort Deutsch: "Ich will natürlich Deutsch lernen und habe die ersten Stunden Sprachunterricht schon hinter mir."


Todibo, der vorige Woche in einem geheimen Testspiel gegen Preußen Münster (2:0) auflief, sprach jetzt erstmals über seine ersten Schritte auf Schalke. "Ich wurde sehr gut aufgenommen", erzählt der 20-jährige Abwehrspieler, den Schalke-Manager Jochen Schneider als "eines der größten Innenverteidiger-Talente Europas" bezeichnet. "Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt. Alle Spieler helfen mir bei der Integration. Wir sprechen sehr viel miteinander. Die Kommunikation läuft überwiegend in englischer Sprache, aber auch auf Französisch oder Spanisch würde sich ausgetauscht."

"Besser eine hohe Option als gar keine"

In den ersten Tagen legte Trainer David Wagner vor allem Wert darauf, dem Neuen das Schalker Spielsystem näherzubringen. Todibo verrät: "Die Trainer machen sehr viele Videoanalysen mit mir und zeigen mir die Details im Schalke-Spiel, wie wir spielen wollen."

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Todibo kommt vom FC Barcelona, kam dort aber zuletzt kaum zum Zug und wurde deshalb zunächst bis zum Sommer nach Gelsenkirchen verliehen. Schalke besitzt eine Kaufoption in Höhe von 25 Millionen Euro. "Man muss sehen, was passiert", sagt Schneider über eine mögliche dauerhafte Verpflichtung: "Aber es ist besser, eine hohe Option zu haben als gar keine."


Mit der Verpflichtung Todibos reagieren die Königsblauen auf die Ausfälle von Benjamin Stambouli und Salif Sané.

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Vor seinem Wechsel habe sich Todibo vor allem mit dem Ex-Schalker Ivan Rakitic und Amine Harit ausgetauscht. "Ich habe viel mit Amine gesprochen. Er hat mit von diesem Verein vorgeschwärmt und viel Gutes darüber erzählt. Das hat meine Entscheidung mit beeinflusst."

Pirlo als Vorbild von Todibo

Auch mit David Wagner seien die Gespräche gut gewesen. "Er hat mir überzeugend seine Spielidee erklärt und welche Rolle ich dabei spielen soll."

Todibo, dessen Vorbild in der Jugend Mittelfeld-Legende Andrea Pirlo war (auch deshalb wählte er die Rückennummer 21), fühlt sich in der zentralen Abwehrposition wohl und kann laut eigener Aussage links wie rechts.


Seine Ziele mit dem Klub: "Ich möchte mich weiterentwickeln und mit Schalke die Champions League erreichen. Aber das hängt natürlich wesentlich von den Spielen gegen direkte Konkurrenten ab." Und persönlich? "Mein Ziel ist es, einer der besten Verteidiger der Welt zu werden. Aber so weit bin ich noch nicht."

Dass er das Zeug dazu hat, kann er vielleicht schon am Samstag in München zeigen. Todibo abschließend: "Bayern ist ein großer Klub. Ich fühle mich gut und hoffe, schon in München zu spielen."