Pirelli: Sorge um 18-Zoll-Testprogramm für 2022

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

25 Testtage will Pirelli in der Formel-1-Saison 2021 unterkriegen, um die neuen 18-Zoll-Reifen für das Jahr 2022 zu entwickeln. Die große Frage ist nur: Wie lässt sich dieser Plan mit der anhaltenden Coronakrise vereinbaren? Deshalb hat Pirelli-Sportchef Mario Isola schon jetzt Zweifel, sein komplettes Testprogramm in die Tat umsetzen zu können.

Er selbst sagt: "Es dürfte schwierig werden, die 25 Tage im nächstjährigen Kalender unterzukriegen. Wir wissen mit Sicherheit, dass wir es zu Saisonbeginn noch mit Einschränkungen durch die Coronasituation zu tun haben werden."

Außerdem plant die Formel 1 in der Saison 2021 mit insgesamt 23 Rennen, so vielen wie noch nie für die Weltmeisterschaft in einem Jahr. Aber: Konkret terminiert sind die meisten Grands Prix bisher nicht. Deshalb kann auch Pirelli noch nicht planen.

Pirelli hat einen Plan B

Isola hat aber schon einen Plan B, um die Coronavirus-Bestimmungen und die geringe Zeit bestmöglich zu nutzen: "Eine Option ist, dass wir zum Beispiel möglichst häufig dienstags und mittwochs nach den Rennen an der Strecke bleiben und testen. Das würde die Reisetätigkeit der Teams minimieren."

Man werde in jedem Fall "clever und flexibel" agieren müssen, meint Isola. "Und klar ist: Ohne Testfahrten können wir die 18-Zoll-Reifen [im Jahr 2022] nicht einführen. Wir müssen also eine Lösung finden, auch wenn das nicht einfach wird."

Ursprünglich hatte Pirelli vorgesehen, seine neuen Reifen in Barcelona, Fiorano, Le Castellet, Sachir, Silverstone, Spielberg und Suzuka jeweils von einzelnen Teams testen zu lassen, mit speziell angepassten Testträgern.

Nur ein 18-Zoll-Test hat schon stattgefunden

Immerhin ein Test hat tatsächlich stattgefunden: Ferrari fuhr im Februar 2020 in Jerez, alle weiteren geplanten 18-Zoll-Probefahrten wurden aufgrund der Coronakrise gestrichen.

Probefahrt mit 18-Zoll-Reifen: Mercedes-Fahrer George Russell 2019 in Abu Dhabi

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Probefahrt mit 18-Zoll-Reifen: Mercedes-Fahrer George Russell 2019 in Abu DhabiPirelli (Twitter)

Pirelli (Twitter)

Und bisher hat Pirelli noch gar keine Erfahrungen mit den neuen Pneus im Regen. "Das müssen wir wahrscheinlich losgelöst von einer Rennveranstaltung machen", sagt Isola. "Abgesehen von Le Castellet hat nur Fiorano noch eine Sprinkleranlage, aber dort gibt es keinen Grand Prix."

Klar ist indes: Im Dezember 2021 sollen die neuen 18-Zoll-Reifen in Abu Dhabi einem Abschlusstest mit allen Teams unterzogen werden. Spätestens dann also muss Pirelli ein fertiges und erprobtes Produkt vorweisen können.

Vorbereitung auf 2022 beeinträchtigt

Racing-Point-Technikchef Andrew Green glaubt nicht an einen reibungslosen Ablauf und meint: "Wir haben wirklich keine Ahnung, wie sich die Saison 2021 darstellen wird. Und sofern die Pandemie im Frühjahr nicht hinter uns liegt, dann dürfte es richtig schwierig werden, die 18-Zoll-Tests hinzukriegen."

"Ich bin mir sicher, dass wir irgendwas auf die Beine stellen werden. Es wird aber wahrscheinlich nicht das Testprogramm sein, das wir alle gerne hätten."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.