Pirelli: Neue Reifenfarben bringen Probleme mit sich

Marko Knab

Kommende Saison werden die Bezeichnungen der Formel-1-Reifen vereinfacht, mit dem Ziel den Zuschauern einen besseren Überblick zu geben. Anstatt Hypersoft, Supersoft oder Soft wird es nur noch die einheitlichen Bezeichnungen Hard, Medium und Soft geben. Doch die Vereinfachung auf drei Namen und drei Farben hat ihren Preis: Laut Pirellis Formel-1-Chef Mario Isola kommen damit weitere Herausforderungen auf den Reifenhersteller und den Formel-1-Zirkus zu. Besonders Logistik, Ordnung und Markierung der Reifen werden so zur Fleißarbeit

"Es ist noch nicht vollends klar, wie sich das auf unsere Logistik auswirkt", blickt Isola auf die größte Herausforderung voraus. Zwar reduziert sich so die Anzahl der Bezeichnungen, die Anzahl der Mischungen bleibt mit fünf bis sechs aber nahezu unverändert. Jedes Rennwochenende könnten so komplett andere Mischungen die gleichen Namen tragen. Dabei wird es entscheidend sein, so Isola, keine Reifen aufgrund des gleichen Namens miteinander zu verwechseln. Obwohl sie die gleiche Bezeichnung tragen, könnten Reifen von zwei unterschiedlichen Rennen so einer komplett unterschiedlichen Mischung entstammen.

"Wir müssen beachten, dass dann unterschiedliche Mischungen dieselbe Farbe tragen werden. Kommen die Reifen nun in die Lager zurück, dann müssen wir es unbedingt vermeiden, sie durcheinander zu bringen", ist er sich der großen Verantwortung bewusst. Aber auch bei gemeinsamen Tests, in deren Rahmen alle Mischungen benutzt werden, kann es so zu Problemen kommen. "Aktuell nutzen wir alle unterschiedlichen Farben. So müssen wir uns fragen, welches System wir benutzen wollen, um sie auch dann noch voneinander unterscheiden zu können.

Mario Isola, Racing Manager, Pirelli Motorsport Motorsport.com

Mario Isola, Racing Manager, Pirelli Motorsport

Foto: Andrew Hone / LAT Images

"2019 wird es drei Farben und drei Namen geben: Hard, Medium und Soft", erklärt Isola. Welche Farben genau zu sehen sein werden, kann er aber noch nicht sagen. "Das ist noch nicht entschieden", bittet er um etwas Geduld. "Es wird noch ein Treffen mit der FOM und den Fernsehleuten geben, um Farben festzulegen, die man gut erkennen kann", gibt er einen Einblick in die anstehende Entscheidungsfindung. Dabei sieht sich Pirelli wiederum eigenen Herausforderungen gegenüber. "Im Fernsehen ist es zum Beispiel schwierig, Gelb und Weiß voneinander zu unterscheiden",

Die Farbmarkierung ist aber nicht nur hinsichtlich der Sichtbarkeit für die Zuschauer ein Thema. Für den Fall, dass ein bestimmter Reifen an einem Rennwochenende unter einer Bezeichnung nicht verwendet werden sollte, könnte er an einem anderen unter neuer Farbmarkierung ein Comeback feiern, eröffnet Isola. Deshalb peilt Pirelli an, die Markierung der Reifen in Zukunft auch außerhalb der Fabrik möglich zu machen. "Das ist ein zusätzlicher Prozess", ist sich Isola bewusst. "Aber ja, das können wir machen. Es ist nur von der logistischen Seite her ein wenig kompliziert", erklärt er.

Nach Kritik an den zahlreichen Soft-Abstufungen folgt der italienische Reifenhersteller mit diesen Maßnahmen der Bitte der Formel 1 und führt einfachere Namen für die Pneus ein. "Wir sind zufrieden damit, dass es 2019 eingeführt wird und nicht unter der laufenden Saison", unterstreicht er nochmals die Haltung Pirellis. Zunächst hatte sich der Ausrüster gegen die Umbenennung gesträubt, lenkt jetzt aber ein.