Piqués unwürdiger Abschied

Gerard Piqué beschert sich in seinem letzten Spiel einen unrühmlichen Abschied und beleidigt den Schiedsrichter aufs Übelste. Durch seine Taten sichert er sich einen Eintrag in die Geschichtsbücher.

Gerard Piqué und Schiri Gil Manzano haben bereits eine Vorgeschichte und kennen sich aus zahlreichen Liga-Spielen. (Bild: Quality Sport Images/Getty Images)
Gerard Piqué und Schiri Gil Manzano haben bereits eine Vorgeschichte und kennen sich aus zahlreichen Liga-Spielen. (Bild: Quality Sport Images/Getty Images)

Im letzten Liga-Spiel vor seinem Karriereende bescherte sich Barcelonas Gerard Piqué einen unrühmlichen Abgang von der Profi-Bühne. Während Barcas Spiel in Osasuna beleidigte Piqué Schiedsrichter Gil Manzano in der Halbzeit aufs Übelste, sah dafür die berechtigte rote Karte.

„Es ist eine verdammte Schande, ich habe auf deine verdammte Mutter gesch*****“, zitierte Manzano Piqués Entgleisung in seinem Protokoll, in dem er die rote Karte des Innenverteidigers begründete, der davor noch nicht einmal auf dem Platz gestanden war.

Piqué-Ausraster lag nicht an Lewandowskis Platzverweis

Während viele Piqués Ausraster mit der strittigen gelb-Roten Karte von Robert Lewandowski in Verbindung bringen, geht aus Manzanos Protokoll der wahre Grund für Piqués Platzverweis hervor.

„Am Ende der ersten Halbzeit, als er bereits im Tunnel war, weil er mich mit folgenden Worten angesprochen hat: ‚Hast du die Ecke gesehen, die du uns gegeben hast?‘“, schrieb Manzano in seinem Protokoll, in dem er weitere Beleidigungen Piqués aufnahm: „'Sie sind der Schiedsrichter, der uns mit Abstand am meisten verarscht hat.‘“

Es scheint wohl auch eine persönliche Fehde zwischen dem 35-Jährigen und Manzano zu sein, denn in der vorletzten Saison gab es laut der spanischen Zeitung Marca schon einmal eine Auseinandersetzung zwischen den beiden.

Piqué und Schiedsrichter Manzano haben Vorgeschichte

Nach dem Clásico gegen Real Madrid im April 2021 war Piqué auf den Platz gegangen, um den damals verantwortlichen Schiedsrichter, Manzano, für die seiner Meinung nach zu kurz geratene Nachspielzeit zu kritisieren. Barcelona war den Königlichen damals mit 1:2 unterlegen, Piqué hatte auch damals keine Sekunde gespielt.

Keine weitere Sekunde wird er in Zukunft spielen, zumindest nicht für Barcelona in LaLiga. Mit seinem Platzverweis gegen Osasuna hat er sich neben seinen zahlreichen Erfolgen während seiner 616 Spiele für die Katalanen immerhin einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher verdient.

Piqué zieht mit Rekord von Stoichkov gleich

Mit seiner elften roten Karte zog der Spanier mit Vereinsrekordhalter Hristo Stoichkov gleich. Der brauchte als Flügelstürmer nur 255 Spiele für seine elf Platzverweise, Piqué war dann doch nochmal etwas zaghafter unterwegs.

Seinen unrühmlichen Abgang schmälert das jedoch nicht. Anstatt dass Piqué, wie laut spanischen Medien wohl vorgesehen, in seinem letzten Spiel noch kurze Einsatzzeit von Trainer Xavi erhielt, katapultierte er sich mit dieser geschmacklosen Beleidigung des Schiedsrichters selbst ins Aus. Und in den Ruhestand.

Im Video: Nach 14 Jahren beim FC Barcelona: Gerard Piqués tränenreicher Abschied