Pimco schafft den Turnaround

Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) weltgrößte Fondsanbieter für Bond-Fonds, die kalifornische Pacific Investment Management Company, hat die Wende vollzogen: Durch Mittelzuflüsse in Höhe von 27 Milliarden Euro steigt Pimco zum bestverkaufenden Fondsanbieter des ersten Halbjahrs auf.

Möglich wurde Pimcos phoenixhafte Rückkehr vor allem durch das rasante Wachstum des Flaggschiffs GIS Income Fund, der im Jahresverlauf rund 18 Milliarden Euro einsammelte und damit sein Volumen auf 38 Milliarden Euro fast verdoppelte. Damit wurde der AP7 Aktiefond, der mit 33 Milliarden Euro bislang den Titel des größten europäischen Investmentfonds hielt, vom Thron gestossen.

Der Bond King: Pimco-Gründer und Ex-CEO Bill Gross arbeitet seit 2014 für die Konkurrenz.

Im Jahr 2014 erlitt das Unternehmen aus Newport Beach einen herben Rückschlag, als der „Bond King“ genannte Firmengründer Bill Gross zur Konkurrenz bei Janus (Shenzhen: 300083.SZ - Nachrichten) wechselte. Damals musste Pimco bei einem Gesamtvolumen der Assets under Management von 1,9 Billionen Euro den Abfluss von 239 Milliarden Euro verdauen; im folgenden Jahr zogen Investoren weitere 125 Milliarden Euro ab. Nun kann Pimco mit AuM in Höhe von 1,6 Billionen Euro wieder an alte Zeiten anknüpfen. Gleichwohl rangiert das Unternehmen im Branchenvergleich nur auf Platz zehn. Auch im Bereich Fixed Income muss sich Pimco mit dem dritten Platz hinter Blackrock (Sao Paolo: BLAK34.SA - Nachrichten) und Vanguard bescheiden – allerdings werden die Fonds im Haus größtenteils selbst gemanagt, während BlackRocks und Vanguards Produkte vorwiegend passiv gemanagt sind.

Gross’ Nachfolger auf dem Chefsessel bei Pimco, Emmanuel Roman, hat bereits die zukünftige Marschrichtung vorgegeben: Pimco wird sich verstärkt bei Hedgefonds, Immobilien und alternativen Anlagen engagieren, um die Abhängigkeit vom Bond-Geschäft zu verringern.

Im Jahr 2000 wurde Pimco von der Münchner Allianz SE (London: 0M6S.L - Nachrichten) übernommen, agiert jedoch vollkommen eigenständig. Die Firmenkulturen sind wohl einfach zu unterschiedlich, erklärte Allianz (Swiss: ALV-EUR.SW - Nachrichten) -CEO Andreas Utermann jüngst in einem Interview.

(TG)