Pilze per App bestimmen kann tödlich sein

Einen Grünen Knollenblätterpilz sollte niemand essen – er ist hoch giftig. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Zweifelsohne gibt es Apps, die einem das Leben vergnüglicher, leichter oder einfach schöner machen. Manche allerdings können ganz schön gefährlich sein. Zum Beispiel, wenn man sich beim Pilzesammeln auf sie verlässt.

Leckerer Champignon oder giftiger Knollenblätterpilz? Wer sich bei Fragen wie dieser unsicher ist, tut gut daran, seine Entscheidung nicht auf die iPhone-App “Mushroom” zu gründen. Zwar soll sie Pilzliebhabern eigentlich dabei helfen, Pilze anhand eines Fotos bestimmen zu können. Experten allerdings warnen vor der App, die es im Apple App Store für 10,99 Euro zu kaufen gibt.

Ein Foto allein reicht zur Bestimmung nicht aus
Der Umweltforscher Grant Williamson etwa tweetete ein Bild der App und schrieb dazu: „Das ist wahrscheinlich die tödlichste App, die ich je gesehen habe.“ 3000 Follower retweeteten die Warnung, knapp doppelt so viele User favorisierten sie. Denn nur mit einem Foto, da sind sich Pilzkenner einig, ist es unmöglich, manche Pilze als essbar, ungenießbar oder giftig einzuordnen. Bei den oben genannten Champignons und Knollenblätterpilzen zum Beispiel spielt auch der Geruch eine wichtige Rolle, um sie zweifelsfrei zu unterscheiden. Wer da daneben liegt und den falschen Pilz verspeist, kann an diesem Irrtum sterben.

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Auch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat die App dem Nachrichtenportal “Business Insider” zufolge getestet und rät ebenso davon ab, sie zu Rate zu ziehen. In der US-Version ist der ursprüngliche Hinweis “identifiziert Pilze sofort mit nur einem Foto” schon entfernt worden. Den Entwicklern ist die Sache wohl selbst zu heiß geworden. Interessant ist auch, was der App-Entwickler Nicholas Sheriff gegenüber dem Newsportal “The Verge” über seine Erfindung sagte. Ursprünglich sei sie nämlich gar nicht für Pilzsammler entwickelt worden, sondern lediglich für Mütter, die sich für die Pilze in ihrem Garten interessierten.