Pille absetzen – Das sollte man über die Nebenwirkungen wissen

Wenn Sie die Pille absetzen, bleibt das oft nicht ohne spürbare Auswirkungen auf Ihren Körper. (Bild: ddp Images)

Es gibt viele Gründe, sich dafür zu entscheiden, die hormonelle Verhütung mit der Antibabypille zu beenden. Ob der Wunsch nach Nachwuchs entsteht, oder die Zeit einfach reif für andere Verhütungsmethoden ist – beim Absetzen der Pille kann es zu positiven und negativen Nebenwirkungen kommen.

Zeitpunkt
Grundsätzlich kann man die Pille jederzeit und ohne Vorbereitung absetzen. Da es aber durchaus zu stärkeren Abbruchblutungen kommen kann, empfiehlt es sich, die aktuelle Menstruation noch abzuwarten und dann die letzte Pille einzunehmen.

Auswirkungen auf den Körper
Während der Einnahme der Pille wird dem Körper durch die Hormonabgabe suggeriert, er sei schwanger. Der Schleim am Gebärmutterhals verdickt sich und verhindert so, dass Spermien bis in die Gebärmutter vordringen können. Die Hormone – Östrogene und Gestagene – werden beim Absetzen der Pille wieder durch natürliche, körpereigene Hormone ersetzt.

Negative Nebenwirkungen
Doch das ist nicht die einzige Veränderung, die im Körper passiert, sobald ihm die Hormone der Pille entzogen werden. Von Frau zu Frau unterschiedlich, kann es zu einer Verschlechterung der Haut kommen. Wer unter Akne leidet, kann mit einem kurzzeitigen Aufblühen rechnen. Kurzzeitig kann es bei einzelnen Frauen auch zu leichtem Haarausfall kommen. Grundsätzlich dauern diese Nebenwirkungen aber nicht länger als einige Wochen.

Auch hormonell bedingte Stimmungsschwankungen können nun wieder vermehrt auftreten. Fällt die regelmäßig abgegebene Hormondosis der Pille weg, muss sich der Körper auf seinen natürlichen Hormonhaushalt einstellen und wieder lernen, diesen selbst zu regulieren – so auch Stimmungen.

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Wer während der Einnahme der Antibabypille kaum unter Menstruationsschmerzen litt, kann sich auf erhöhte Schmerzen während dem jeweils ersten Tag der Regelblutung einstellen. Meist ist diese Veränderung nicht von langer Dauer, kann aber in Einzelfällen zur Regel werden.

Frauen müssen sich außerdem darauf einstellen, dass der Zyklus nun unregelmäßiger auftritt. Ein verkürzter oder verlängerter Zyklus, ein temporäres Ausbleiben der Regelblutung oder eine intensivere Blutung sind keine Seltenheit.

Positive Nebenwirkungen
Da der Körper durch die Einnahme der Antibabypille denkt, er sei schwanger, haben viele Frauen in dieser Zeit ein gehemmtes Lustempfinden. Das ändert sich mit dem Absetzen aber meist wieder. Die Lust auf Sex kommt langsam zurück und die Libido steigt! Der Grund: Der Testosteronspiegel wird durch die Pille um ein Drittel gesenkt. Setzt man die Pille ab, erhöht sich dieser wieder auf sein natürliches Level.

Auch andere negative Nebenwirkungen der Antibabypille wie Kopfschmerzen, Migräne oder Wassereinlagerungen verschwinden wieder.

Wer sich nicht für eine andere Verhütungsmethode entscheidet, sollte aber vor allem auf eines achten: Nach dem Absetzen der Pille ist Frau wieder fruchtbar, kann also ohne Probleme schwanger werden. Die – wenn gewollt – wohl schönste positive Nebenwirkung, die es gibt.

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