Pikes Peak: Volkswagen und Dumas durchbrechen Schallmauer

Markus Lüttgens

Die Rekordjagd von Volkswagen und Romain Dumas beim Pikes Peak International Hill Climb 2018 wurde ein Erfolg auf ganzer Linie. Der Franzose absolviert die 19,99 Kilometer lange Strecke auf den 4.301 Meter hohen Berg im US-Bundesstaat am Sonntagvormittag (Ortszeit) mit seinem rein elektrisch angetriebenen Volkswagen I.D. R Pikes Peak in einer Zeit von 7:57,148 Minuten.

Damit pulverisierte Dumas nicht nur den bestehenden Rekord für Elektrofahrzeuge, der 2016 von Rhys Millen mit einer Zeit von 8:57,118 Minuten aufgestellt wurde, sondern war sogar deutlich schneller als die absolute Bestzeit von 8.13,878 Minuten, die 2013 vom neunmaligen Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb gefahren worden war.

Dumas blieb als erster Fahrer in der Geschichte des Bergrennens von Pikes Peak unter der Schallmauer von acht Minuten und durchfuhr die Strecke mit ihren 156 Kurven mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 145,132 km/h.

„Wahnsinn! Mit diesem Ergebnis haben wir unsere hohen Erwartungen noch übertroffen", jubelt Dumas. "Seit den Testfahrten in dieser Woche wussten wir, dass es möglich ist, den Allzeit-Rekord zu knacken. Dazu musste alles perfekt funktionieren – von der Technik bis zum Fahrer. Und das Wetter musste auch mitspielen. Dass alles so perfekt ineinandergreift, ist ein unglaubliches Gefühl, und der neue Rekord am Pikes Peak ist das Tüpfelchen auf dem i."

"Ich kann noch gar nicht glauben, dass jetzt Volkswagen und mein Name hinter dieser unglaublichen Zeit stehen. Der I.D. R Pikes Peak ist das beeindruckendste Auto, das ich je im Wettbewerb gefahren bin. Durch den Elektroantrieb ist vieles anders und ich habe in dem Projekt viel gelernt. Das Team hat einen unbeschreiblich akribischen und zugleich lockeren Job gemacht – nicht nur das Ergebnis auch der Zusammenhalt stimmt. Teil davon zu sein, macht mich unglaublich stolz", so der Franzose.

Mit dieser Rekordzeit waren Volkswagen und Dumas natürlich auch der Gesamtsieg nicht zu nehmen. Der zweitplatzierte zehnmalige Bergeuropameister Simone Faggioli brauchte in seinem Norma-Prototypen mit Benzinmotor gut 40 Sekunden mehr als Dumas.

Für den Franzosen war es der vierte Gesamtsieg am Pikes Peak und der dritte in Folge. Volkswagen merzte mit dem Erfolg eine Scharte aus, nachdem der Golf mit Doppelmotor in den 1980er-Jahren bei drei Anläufen verwehrt geblieben war.

"Dass so etwas möglich ist, ist einfach unglaublich. Das ist nicht die Zeit, die wir im Kopf hatten", sagt Volkswagen-Motorsportchef Sven Smeets. "Wir wussten, dass das Auto eine Menge Potenzial hat, aber ehe man einmal bis ganz oben gefahren ist, kann man es nie richtig einschätzen. Und das hatten wir bisher noch nie gemacht."

In den Trainings konnte Dumas, wie alle Teilnehmer, nur einzelne Abschnitte der Strecke fahren, sodass eine Hochrechnung der Gesamtzeit nur schwer möglich war. "Wir hatten zwar eine Zeit simuliert, aber diese Strecke ist sehr schwierig zu simulieren. Romain hatte im zweiten Sektor etwas Nebel und hat einfach einen fantastischen Job gemacht", so Smeets weiter.

Bis zu offiziellen Anerkennung des Rekords müssen Dumas und Volkswagen allerdings noch bis Montagmorgen warten, denn erst dann werden die endgültigen Ergebnisse veröffentlicht.