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Pikantes Gerücht um Hülkenberg

Nico Hülkenberg konnte es gar nicht richtig glauben: Platz neun für ihn, Platz sechs sogar für Teamkollege Kevin Magnussen.

Das Ergebnis im Qualifying zum Nacht-Grand-Prix in Singapur ist der größte Haas-Erfolg seit drei Jahren. Der Wahlmonegasse aus Emmerich gibt sich dennoch skeptisch, dass aus dem guten Qualifying-Ergebnis auch Punkte geerntet werden.

Hülkenberg bei Sky: „Nehmen wir das gute Ergebnis erst mal so mit. Strecken wie Singapur, auf denen mit viel Abtrieb gefahren wird, liegen unserem Auto mehr. Prognosen fürs Rennen wage ich aber nicht abzugeben - dafür sind wir in den letzten Rennen zu sehr eingebrochen. Mal sehen, ob unsere Reifen morgen länger halten.“

Ganz Teamplayer vergaß er auch nicht seinen Fahrerkollegen aus Dänemark zu loben, der ihn auf dem schwierigen Stadtkurs im asiatischen Stadtstaat ausnahmsweise schlagen konnte. „Hut ab vor Kevin“, betonte Hülkenberg. „Er brachte jede Runde auf den Punkt. Das war eine extrem starke Leistung. Körperlich wird es morgen richtig anstrengend, deshalb lege ich mich jetzt erst mal zusammen mit Kevin in die Eistonne.“

Diese Abkühlung hätte der Deutsche sicherlich nach dem letzten Rennen vor zwei Wochen in Monza noch besser gebrauchen können. Da wütete er nach einem enttäuschenden Rennen wie ein junger Heißsporn über sein Team - und gab Anlass für ein pikantes Gerücht.

Hülkenberg rudert zurück

Als einzige Mannschaft bringe man keine neuen Teile, dann müsse man sich über schlechte Resultate auch nicht wundern, schimpfte Hülkenberg vor zwei Wochen. Aufgebracht sprang er daraufhin zusammen mit Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard, seinem monegassischen Nachbarn, in eine S-Klasse und verließ den königlichen Park vor den Toren Mailands in Richtung Wahlheimat.

Die kritischen Töne in Richtung Team, die in der Vergangenheit bei anderen Mannschaften schon für Abmahnungen oder sogar Kündigungen gesorgt haben (Alain Prost wurde deswegen 1991 von Ferrari gefeuert), blieben bei Haas ohne Folgen. Teamchef Günther Steiner hatte kein Problem damit, weil Hülkenbergs Aussagen schließlich der Wahrheit entsprochen hätten.

Der Deutsche selbst ruderte in Singapur zurück. Er hätte seinen Technikern das Gleiche ins Gesicht gesagt, „deshalb sehe ich darin kein Problem. Jetzt hoffe ich mal, dass die Updates am Auto, die wir bei unserem Heimrennen in Austin bekommen, Wirkung zeigen.“

War Monza nur ein Sturm im Wasserglas oder steckte bei Hülkenbergs Verbalattacke von Italien doch mehr dahinter als sportlicher Frust?

Angebot für Hülkenberg? Dementi aus Audi-Kreisen

Das Schweizer Boulevard-Blatt Blick glaubt den Grund für Hülkenbergs Ausraster von Monza zu kennen. Der zukünftige Sauber-Besitzer Audi, so behauptet die dem Schweizer Sauber-Team nahe stehende Zeitung, wollte Hülkenberg nach Hinwil zurückholen. Deswegen hätte Steiner die einseitige Team-Option auf Vertragsverlängerung gezogen und Hülkenberg in Rage gebracht.

SPORT1-Recherchen können das indes nicht bestätigen. Hochrangige Audi-Mitarbeiter bestreiten, dem Deutschen ein Angebot für 2024 gemacht zu haben.

Fest steht aber: Hülkenberg wäre gut beraten, die Eistonne auch bei zukünftigen Rennen in der Nähe zu haben. Denn die Wahrscheinlichkeit ist nach wie vor groß, dass er trotz des Hochs in Singapur bei Haas sportlich eher mit weiteren Tiefpunkten leben muss.

Und das ist für jemanden, der sich zu Höherem berufen fühlt, auf Dauer nicht gut fürs Gemüt.