Philippinischer Präsident verweigert sich Korruptionsermittlungen

Duterte hat mit der Bildung einer "Revolutionsregierung" gedroht

Nach Korruptionsvorwürfen hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte jede Zusammenarbeit mit den Ermittlern abgelehnt. Er werde sich dem ermittelnden Sonderstaatsanwalt nicht "unterwerfen", sagte Duterte am Samstagabend. Vize-Ombudsmann Melchor Arthur Carandang geht Vorwürfen über unrechtmäßig erworbenes Vermögen Dutertes nach. Demnach hat der Präsident über hunderte Millionen von Pesos auf seinen Bankkonten nicht wie vorgeschrieben Auskunft gegeben.

Duterte reagierte mit einer Schimpftirade gegen den Ermittler und dessen "miserable" Behörde. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als "Lügen", die der Ermittler mit "gefälschten Beweisen" zu belegen versuche. "Ich werde mich der Zuständigkeit (des Ombudsmanns) nicht unterwerfen", sagte Duterte. Vergangene Woche hatte Dutertes Sprecher noch verkündet, dass der Präsident den Ombudsmann respektiere und auf dessen Unvoreingenommenheit vertraue.

Der 72-jährige Duterte hatte die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr mit dem Versprechen gewonnen, hart gegen Drogenhandel, Kriminalität und Korruption vorzugehen. Im Wahlkampf hatte er behauptet, aus einer armen Familie zu stammen und ein bescheidenes Leben zu führen. Noch vor der Wahl hatte ein Senator aus der Opposition Beschwerde gegen Duterte eingelegt und ihm die Veruntreuung von Staatsgeldern in seiner Zeit als Bürgermeister von Davao vorgeworfen.

Duterte sagte am Samstag, seine "lebenslangen Ersparnisse" summierten sich auf maximal 40 Millionen Pesos (rund 659.300 Euro). Teile davon habe er geerbt. Sein verstorbener Vater sei Provinzgouverneur gewesen, seine Familie besitze Immobilien und Betriebe wie eine Eisfabrik und ein Holzlager.