Philippinischer Präsident ernennt Ex-Menschenrechtsanwalt zu neuem Sprecher

Philippinischer Präsident ernennt neuen Sprecher

Der für seine derbe Ausdrucksweise bekannte philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat einen ehemaligen Menschenrechtsanwalt zu seinem neuen Sprecher ernannt. Der Abgeordnete und frühere Jura-Professor Harry Roque sei der richtige für den Job, weil er wie er selbst ein "freches Mundwerk" habe, sagte Duterte am Freitagabend bei Roques Geburtstagsfeier. Duterte gab nicht an, warum er seinen bisherigen Sprecher Ernesto Abella ersetzt.

Roque verteidigte als Menschenrechtsanwalt zahlreiche Opfer in Aufsehen erregenden Fällen, etwa Journalisten in Verleumdungsprozessen und Familien von Gewaltopfern. Als Abgeordneter setzte er sich für die Rechte von Bauern und Armen ein. Aus der Opposition schlug ihm Kritik für die Unterstützung Dutertes entgegen.

Sein Vorgänger Abella hatte die scharfe Rhetorik seines Chefs zumeist unterstützt und verharmlost. Als etwa Duterte im vergangenen Jahr sagte, er wolle eine ermordete australische Missionarin vergewaltigen, nannte der ehemalige Pastor Abella das schlicht "einen sehr derben Humor".

Der seit Mitte 2016 amtierende Duterte hatte im Wahlkampf angekündigt, tausende "Drogenkriminelle" töten zu lassen, als Präsident lässt er die Polizei gnadenlos gegen Dealer und Abhängige vorgehen. Die Polizei tötete im Anti-Drogenfeldzug nach eigenen Angaben bereits mehr als 3900 "Drogen-Persönlichkeiten", fast 2300 weitere Menschen kamen laut Behörden unter bislang ungeklärten Umständen im Zuge des Anti-Drogenkampf ebenfalls ums Leben.

Viele seiner Landsleute unterstützen Dutertes blutigen Anti-Drogen-Krieg Umfragen zufolge dennoch als ein Mittel gegen die weitverbreitete Kriminalität im Land. Amnesty International und andere Organisationen prangern dagegen massive Menschenrechtsverletzungen auf den Philippinen an.