Philippinen erwägen Zwangsevakuierugen aus Gefahrenzone um Vulkan

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Anwohner flüchten vor dem Vulkan Mayon

Die Philippinen wollen die Sperrzone um den seit Tagen Lava spuckenden Vulkan Mayon zur Not zwangsweise räumen. Zivilschutzvertreter sagten, es habe seit Beginn der jüngsten Vulkanaktivitäten vor zehn Tagen keine Todesopfer gegeben. Das solle auch so bleiben. Einige Anwohner weigerten sich aber, ihre Häuser zu verlassen. Andere kehrten tagsüber zurück, um sich um ihre Höfe zu kümmern.

Die Sicherheitsbeamten diskutierten bereits, wie sie sicherstellen könnten, dass die Gegend "ein Niemandsland" bleibt, erklärte Akim Berces vom örtlichen Zivilschutz. Sie würden erwägen, Bewohner zum Umzug in die Auffanglager zu zwingen. Die Polizei patrouilliere und überwache die verlassenen Bauernhöfe, erklärte Berces weiter. Es gebe keinen Grund für die Leute zurückzukehren, fügte er hinzu. Auch Plünderungen seien bislang nicht gemeldet worden.

Nach offiziellen Angaben sind bisher 75.450 Anwohner des Vulkans auf der Insel Luzón geflohen. Der Mayon warf auch am Donnerstag weiter heiße Lava aus. Flughäfen in der Region wurden geschlossen. Regelmäßig wiederkehrender Ascheregen machte einige Straßen nahezu unpassierbar. Trotz der Gefahr pilgerten weiterhin hunderte Touristen nach Legazpi, um den spektakulären Ausbruch zu beobachten, wie die örtliche Tourismusangestellte Dorothy Colle der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring mit besonders starker vulkanischer Aktivität. Der Mayon ist einer der aktivsten Vulkane der Philippinen. 1814 waren bei einem Ausbruch des Mayon mehr als 1200 Menschen gestorben. Im Mai 2013 kamen bei einem Ausbruch des Mayon vier ausländische Touristen, darunter auch drei Deutsche, und ihr einheimischer Bergführer, ums Leben.