Philip Morris rät vom Rauchen ab


Philip Morris, einer der größten Tabakkonzerne der Welt und Hersteller von Marken wie Marlboro oder Chesterfield, will den Verkauf von Zigaretten aufgeben. Der Konzern schaltete in mehreren britischen Tageszeitungen Anzeigen, in denen er den Lesern verkündet, in Zukunft keine Glimmstängel mehr im Vereinigten Königreich verkaufen zu wollen. Zudem empfiehlt Philip Morris den nach eigenen Angaben 7,6 Millionen britischen Rauchern, gleich ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Wörtlich schreibt das Unternehmen in der Anzeige: „Das Beste, was sie [die Raucher, Anm. d. Red.] tun können, ist aufzuhören.“

Schon im nächsten Absatz der Anzeige erklärt der Konzern, das nicht alle angesprochenen Raucher auch tatsächlich aufhören würden. Für die empfiehlt das Unternehmen stattdessen eigene Alternativen zur Zigarette -das System „Iqos“

Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Im Sommer 2016 hatte Philip Morris Europa-Chef Fred de Wilde im Handelsblatt-Interview schon gesagt, dass sich der Konzern „radikal von innen verändern wolle. „Wir wollen langfristig alle klassischen Zigaretten durch weniger schädliche Alternativen ersetzen.“ Dem Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, weil der Zigarettenmarkt kontinuierlich schrumpft.


Dadurch das „iqos“ den Tabak auf 300 Grad Celsius erhitzt, sollen nach Angaben des Konzerns weniger krebserregende Stoffe entstehen und das Rauchen weniger schädlich als bei einer klassischen Zigarette sein. Studien, die das belegen, wurden bisher jedoch nur von Philip Morris selbst in Auftrag gegeben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist zudem auf den Nikotingehalt und damit das Suchtpotenzial hin, das ähnlich hoch wie bei einer klassischen Zigarette sei.

De Wilde sagte im Interview, er würde Rauchern den Umstieg auf das neue Produkt raten – auch seinen Kindern. „Wenn sie Nichtraucher wären, würde ich sagen: „Fangt erst gar nicht mit dem Rauchen an.“

2016 setze der Konzern mit rund 80 000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 75 Milliarden US-Dollar und ein Betriebsergebnis von knapp elf Milliarden US-Dollar. Die EU-Länder tragen knapp ein Drittel zum Gesamtumsatz bei. In der EU erreicht der Konzern mit Marken wie Marlboro, L & M und Chesterfield einen Marktanteil von rund 38 Prozent.