Philip Morris: Chart wie aus dem Lehrbuch – jetzt könnte es schnell gehen

Andreas Deutsch
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Philip Morris: Chart wie aus dem Lehrbuch – jetzt könnte es schnell gehen

Die FDA will den Tabakkonzernen an den Kragen. Das hatte die Kurse massiv unter Druck gebracht. Doch mittlerweile sieht alles nur noch halb so schlimm aus. Positive Berichte über E-Zigaretten befeuern den Kurs von Philip Morris.

Tabak-Aktionären zählten jahrelang zu den verwöhntesten Börsianer. Stabile Geschäftsentwicklung, hohe Dividenden, starke Kursentwicklung. Als sich die FDA jedoch entschloss, den Nikotingehalt in Zigaretten in den USA zu senken, krachten die Kurse reihenweise ein. Auch der von Philip Morris, obwohl der Konzern in den USA überhaupt nicht mehr aktiv ist.

Viele Anleger verlieren nun offenbar ihre Angst davor, dass andere Staaten dem Beispiel FDA folgen. Sie kaufen wieder Philip-Morris-Aktien. Das hat dazu geführt, dass das Chartbild mittlerweile wie aus dem Lehrbuch aussieht: Die Aktie hat exakt auf der Unterstützung bei 110 Dollar aufgesetzt und nach oben gedreht. Nun sollte sie schnell die 200-Tage-Linie knacken und Richtung 120 Dollar marschieren. Eine schöne Chance für Trader.

Das neue Rauchen

Zwar nimmt die Zahl der Raucher in den Industrienationen seit Jahren ab. Doch Philip Morris hat offensichtlich einen Weg gefunden, seine verbliebenen Kunden an sich zu binden: mit E-Zigaretten. Genauer gesagt: mit Iqos, eine weiterentwickelte Form der E-Zigarette, die laut Experten viel weniger Schadstoffe erhält und dem Geschmack einer richtigen Zigarette sehr ähnlich ist.

E-Zigaretten stehen vor einem rasanten Wachstum: Wells-Fargo-Analystin Bonnie Herzog schätzt, dass 2025 – exklusive USA – weltweit 367 Milliarden Heat-Sticks verkauft werden. Das Analysehaus Research and Markets schätzt, dass die Branche im Jahr 2022 mit E-Zigaretten 28 Milliarden Dollar einnimmt.

Ziel: 120 Euro

Die Tabakkonzerne müssen seit Jahren mit Widerstand leben. Trotzdem fanden die Aktien immer wieder in den langfristigen Aufwärtstrend zurück. So scheint es auch dieses Mal bei Philip Morris zu sein. DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Kursziel von 120 Euro. Der Stopp sollte bei 78 Euro gesetzt werden.