Pfizer entwickelt antivirale Pille gegen Covid-19 — die Ende 2021 fertig sein könnte

Cheryl Teh
·Lesedauer: 2 Min.

Es könnte ein „Game-Changer“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie sein: ein antivirales Medikament gegen das Coronavirus in Form einer Tablette, die im frühen Stadium einer Infektion eingenommen wird. Das gab der CEO des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Pfizer, Albert Bourla, am Dienstag gegenüber dem Nachrichtensender "CNBC" bekannt. Das Medikament ist eine Tablette, die oral zu Hause eingenommen werden kann. Derzeit befindet sich die Tablette im Herstellungsprozess und soll bis Ende dieses Jahres für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Bourla erklärte, es werde erwartet, dass das Medikament gegen mehrere Varianten des Virus wirkt und schwere Krankheitsverläufen verhindern kann. Einer der Hauptvorteile des Medikaments bestehe darin, den Menschen Fahrten ins Krankenhaus für eine Behandlung zu ersparen.

Das Medikament gehört zu einer Arzneimittelgruppe namens Protease-Inhibitoren. Der Wirkstoff bindet sich an Virusenzyme und hindert das gefährliche Virus daran, sich in den menschlichen Zellen zu vermehren. Außerdem unterbinden diese Inhibitoren oder Hemmstoffe die Weitervermehrung des Virus in den Atemwegen. Protease-Hemmstoffe werden auch zur Behandlung von Krankheiten wie HIV und Hepatitis C eingesetzt. „Das lässt uns glauben, dass sie gegen verschiedene Mutationen viel effektiver sein werden. Es sind gute Nachrichten. Wir verfolgen nun weiterführende Studien in Bezug auf die Wirksamkeit und werden im Sommer mehr Informationen haben“, sagte Bourla.

Klinische Studien laufen seit März

"CNBC" schrieb, dass die frühen klinischen Untersuchungen für das Medikament, das derzeit als „PF-07321332“ bekannt ist, bereits seit März laufen. Berichten zufolge, die der britischen Tageszeitung "The Telegraph" vorlagen, will Pfizer das Medikament in Kombination mit kleinen Dosen von Ritonavir verabreichen. Ritonavir ist ebenfalls ein Antivirenmittel, das derzeit zur Behandlung von HIV eingesetzt wird. Das Mittel soll als „Booster“ fungieren, um die Menge vom PF-07321332 im Blutkreislauf der Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Dadurch soll die jeweilige Dosis effektiver gemacht werden.

Ebenfalls berichtete der "Telegraph", dass die Tests am Menschen derzeit anlaufen. Dokumente vom 8. Februar, die der Zeitung zur Verfügung gestellt wurden, skizzieren die angestrebte Teststrategie des Unternehmens: Sie besteht aus einer 145 Tage langen Testphase mit zusätzlichen 28 Tagen, die zur Überprüfung der Sicherheit und Klärung der Dosierung genutzt werden sollen. „Die Sicherheit des Prüfmedikaments wurde an Tieren untersucht. In den Tierstudien wurden keine signifikanten Risiken oder bedenklichen Sicherheitsereignisse festgestellt. Ebenfalls verursachte das Prüfmedikament in keiner der Dosierungsmengen, die in den Untersuchungen verwendet wurden, Nebenwirkungen“, heißt es in den Dokumenten.

Bourla bestätigte darüber hinaus, dass das Pharmaunternehmen mit den erfolgsversprechenen Corona-Impfstofftests an Kindern im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren fortfahre. Der Vorstandsvorsitzende von Pfizer sagte, er sei „sehr optimistisch“, dass die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel, die Food and Drug Administration, den Einsatz des Impfstoffs von Pfizer bei Jugendlichen bald genehmigen werde.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.