Pfaueninsel: Wieso der Zen-Tierpfleger in Berlin für die Büffel singt

Tierpfleger Maciej „Dae Gak“ Großer (47) krault eine der Mütterkühe, die in den Sommermonaten auf der Pfaueninsel leben, am Kopf. Im Gras liegen die beiden Jungtiere, Karlchen und Oskar

Guttural klingen die Laute, die Maciej "Dae Gak" Großer ausstößt. Bedächtigen Schrittes geht er auf die vier Wasserbüffel zu, die am äußersten Rand der drei Hektar großen Hechtlaichwiese auf der Pfaueninsel bedächtig am trockenen Gras kauen. Kia und Ode, die beiden Mütterkühe, lassen den athletischen Mann mit dem beigen Rangerhut und der dicken Holzkette um den Hals nicht aus den Augen. "Den Menschen halten sie für ein Raubtier", weiß Tierpfleger Großer.

Nicht von ungefähr weichen Karlchen und Oskar, die beiden im März geborenen Kälber, ängstlich hinter die 700 Kilogramm schweren massigen Leiber ihrer Mütter zurück. Großer kennt das schon, lässt sich nicht irritieren. "Ooooong, ooooaa", artikuliert er weiter mit sonorer Stimme, während er sich den wachsamen schwarzen Zotteltieren nähert. "Nur nicht stehen bleiben, keine ruckartigen Bewegungen machen", erklärt Großer. "Ooo, ooong." Das Mantra kommt bei den Wasserbüffeln an.

"Züchter würden mich vermutlich auslachen, aber meine Methode funktioniert, die Tiere werden langsam zutraulich", sagt der 47-Jährige selbstbewusst. "Wir sind doch alle miteinander verbunden." Seit Jahren beschäftigt sich Großer intensiv mit den Lehren des Zen, dem in China gelebten Buddhismus. Daher rufen ihn seine Kollegen auch nur noch bei seinem selbst gewählten Namen Dae Gak – eine Hommage an den großen Zen-Meister.

Mit Zen-Buddhismus Wasserbüffel zähmen

Die buddhistische Philosophie beeinflusst Großer auch in seinem Umgang mit den seit Mai auf der Pfaueni...

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