Pfandbriefbank mit 96%-Gewinneinbruch - bildet hohe Vorsorge

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Deutsche Pfandbriefbank AG hat am Montagabend wegen der Corona-Pandemie ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurückgenommen. Bislang war das Unternehmen beim Ergebnis vor Steuern von 180 Millionen Euro bis 200 Millionen Euro ausgegangen.

“Insbesondere die weitere Entwicklung von Risikovorsorge und Fair-Value-Bewertungsergebnis ist wegen der Unsicherheit über das makroökonomische Umfeld und die Entwicklung der Immobilienmärkte nicht belastbar vorhersehbar”, hieß es in einer Mitteilung.

Für das 1. Quartal bildet die Bank eine Risikovorsorge von 34 Millionen Euro. Auch das Fair-Value-Bewertungsergebnis werde insbesondere durch den Anstieg von Credit-Spreads deutlich negativ ausfallen.

Die Deutsche Pfandbriefbank erwartet im ersten Quartal nun ein Vorsteuerergebnis von 2 Millionen Euro, verglichen mit 48 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne die Sonderbelastungen durch die Viruspandemie ergäbe sich ein Vorsteuerergebnis von 47 Millionen Euro, hieß es.

Für die Aktie des Unternehmens ging es am Dienstag in Frankfurt um 3,3% nach oben.

Die Bank geht nach einem deutlichen Einbruch im 1. Halbjahr von einer volkswirtschaftlichen Erholung ab dem 2. Halbjahr 2020 und einer sukzessiven Aufholung der Marktwerte bei den meisten Immobilienarten über die nächsten Jahre aus. Daher erwartet sie für 2020 für Zinsergebnis und Verwaltungsaufwand “eine stabile operative Performance”.

Mietausfälle und Stundungen von Schuldendiensten belasten derzeit die gesamte Branche, hatte der Verband deutscher Pfandbriefbanken vor kurzem gewarnt. Er hat über 40 Mitglieder, darunter Aareal Bank AG, Deutsche Pfandbriefbank AG, Deutsche Bank AG und Commerzbank AG.

Eine Pfandbriefbank vergibt Immobilien-, Schiffs-, Flugzeug- und Staatskredite. Die Refinanzierung erfolgt durch die Ausgabe von Pfandbriefen. Dabei handelt es sich um gedeckte, verzinsliche Schuldverschreibungen, die von Kreditinstituten emittiert und am Kapitalmarkt platziert werden.

(Ergänzt um Ausblick im 5. Absatz)

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