Petry rechnete seit zwei Jahren mit einer „Revolution“ in der AfD

Die bisherige AfD-Vorsitzende Frauke Petry rechnete schon länger damit, dass ihre parteiinternen Konkurrenten die Partei übernehmen wollten. Zum Wahlergebnis sagt sie: „Es wäre mehr drin gewesen.“

Frauke Petry rechnete nach eigenen Angaben seit zwei Jahren damit, dass der nationalkonservative Flügel der Partei eine Revolution innerhalb der Partei plant. „Das ist ein offenes Geheimnis“, sagte sie in einem Interview mit Zeit Online.

Diese Revolution bedeutet, dass Petry selbst, die allzu provokante und rechtsradikale Äußerungen von Parteimitgliedern mitunter kritisierte, keinen Platz mehr an der Parteispitze haben würde. Vollzogen wurde der Umbruch vor einem halben Jahr beim Parteitag in Köln, als Petry zwar nicht abgewählt, jedoch auch nicht bei der Aufstellung der Spitzenkandidaten berücksichtigt wurde.

Im Interview kritisierte Petry den Spitzenkandidaten Alexander Gauland, der dafür gesorgt habe, „dass die Partei nicht mehr zu führen ist“. 

Vom AfD-Ergebnis bei der Bundestagswahl zeigte sich Petry enttäuscht. Das Potenzial liege bei 30 Prozent, da seien 13 Prozent vergleichsweise wenig. „Ohne die zahlreichen abseitigen Äußerungen außerhalb des Programms wären mehr als 20 Prozent drin gewesen“, kritisierte Petry die AfD-Kandidaten.

Petry rechnet damit, dass weitere Abgeordnete die AfD verlassen und sich ihr anschließen werden: „Ich werde im Bundestag nicht allein bleiben“, sagte sie. „Im Bundestag wird eine parlamentarische Gruppe entstehen.“ Als programmatischen Unterschied zur AfD nannte sie eine „Ausuferung des Sozialstaates“, die die Partei anstrebe.