Petrobras: Besser als Shell und BP?

Thorsten Küfner
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Petrobras: Besser als Shell und BP?

Im Zuge der Korrektur an den Märkten ging es auch mit dem stark gelaufenen Ölpreis nach unten, was auch die Anteile der Energiekonzerne belastete. Mutigen Anlegern, welche die Rallye der Öl- und Gastitel bisher verpasst haben, können nun etwa einen Blick auf den brasilianischen Energieriesen Petrobras werfen.

Denn der Aktienkurs litt über Jahre hinweg unter dem Ölpreisverfall zwischen 2014 und 2016 sowie einem massiven Korruptionsskandal in Brasilien, in den auch zahlreiche Manager des Ölriesen verstrickt waren. Doch mittlerweile wurde Petrobras wieder auf Kurs gebracht. Der 2015 noch bedrohlich hohe Schuldenberg wurde kräftig abgebaut. Zudem hat sich durch Stellenstreichungen, technologische Fortschritte und intelligente Kooperationen mit Wettbewerbern die Kostenstruktur erheblich verbessert: Lagen die operativen Kosten pro Barrel 2014 noch bei 43 Dollar, dürften es nun bald nur noch 30 Dollar sein. Des Weiteren dürfte der brasilianische Platzhirsch von der konjunkturellen Erholung der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas profitieren.

Alternative für Mutige
Ohne Zweifel ist Petrobras weiter darauf angewiesen, dass der Ölpreis auf einem hohen Niveau bleibt. Wegen der hohen Verschuldung und der politischen Einflussnahme (63 Prozent der Stimmrechte liegen beim brasilianischen Staat) ist die Aktie ein heißes Eisen. Andererseits dürfte Petrobras unter den Energiekonzernen über den größten Hebel auf den Ölpreis verfügen und bei einer weiterhin robusten Ölpreisentwicklung wohl noch kräftiger zulegen als BP, Shell und Co. Darüber hinaus ist die Aktie mit einem KGV von 11 und einem KBV von 0,7 immer noch sehr günstig bewertet. Mutige können zugreifen, der Stopp sollte auf 3,70 Euro nachgezogen werden.

Dieser Text war ein Auszug aus einem Text über den Ölmarkt aus der am 2. Februar veröffentlichten AKTIONÄR-Print-Ausgabe 06/2018.