Peter Jacksons Beatles-Doku überrascht: So glücklich war die Band kurz vorm Split

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Die Beatles im Januar 1969 bei ihrer "Get Back"-Session, in der über drei Wochen das letzte Album der Band entstand. Peter Jackson begutachtete fast 60 Stunden Bildmaterial und schuf daraus den sechsstündigen Dokumentarfilm "The Beatles: Get Back", der nun bei Disney+ Premiere feiert. (Bild: Apple Corps.)
Die Beatles im Januar 1969 bei ihrer "Get Back"-Session, in der über drei Wochen das letzte Album der Band entstand. Peter Jackson begutachtete fast 60 Stunden Bildmaterial und schuf daraus den sechsstündigen Dokumentarfilm "The Beatles: Get Back", der nun bei Disney+ Premiere feiert. (Bild: Apple Corps.)

Man muss sich die Beatles des Jahres 1969 als glückliche Band vorstellen. "Herr der Ringe"-Regisseur und Beatles-Fan Peter Jackson restaurierte 57 Stunden Bildmaterial der Aufnahme-Sessions zum Beatles-Album "Let it Be". Es zeigt die Vitalität einer Band auf der Höhe ihrer Schaffenskraft.

Es ist ja immer so eine Sache mit den Tresoren der Popgeschichte. Oft gibt es gute Gründe, Aufnahmen 20 oder wie in diesem Fall 50 Jahre unter Verschluss zu halten, um sie vor einer Veröffentlichung zu schützen. Dass 57 Stunden Filmmaterial, das die späten Beatles bei der Aufnahme ihres letzten Albums "Let It Be" im Januar 1969 begleitet, nie angesehen und ausgerechnet jetzt veröffentlicht wird - es hätte auch ein plumper Versuch später Leichen-Fledderei darstellen können. Doch dem ist nicht so, wie bereits ein Trailer des dreiteiligen Dokumentarfilms "The Beatles: Get Back" (beim Streamingdienst Disney+ am 25., 26. und 27. November) vorab andeutete.

Wer John, Paul, George und Ringo in "Get Back" - bei einem technisch übrigens exzellent in Klang und Bild restaurierten Dreiteiler - bei der Arbeit zuschaut, ist sich bewusst, dass man Mäuschen spielen darf beim Entstehen einiger der schönsten Songs der Popgeschichte. Und man trifft über dreimal zwei Stunden, also wunderbar ausführlich, eine Band voller Songwriter-Legenden und Celebrities, die gut und lustvoll miteinander umgehen. Wäre das Material nichtssagend gewesen, wahrscheinlich hätte sich Oscar-Sammler Peter Jackson auch nicht dafür hergegeben. Als ihm der Job angeboten wurde, wollte der Beatles-Fan aus Neuseeland eigentlich ablehnen, weil er sich auf viele deprimierende Stunden einstellte, die seine Lieblingsband bei der Selbstzerfleischung zeigten.

Oft gibt es gute Gründe, Aufnahmen 20 oder wie in diesem Fall 50 Jahre unter Verschluss zu halten, um sie vor einer Veröffentlichung zu schützen. Dass  es bei den 57 Stunden Filmmaterial, das die späten Beatles bei der Aufnahme ihres letzten Albums "Let It Be" im Januar 1969  zeigt, nicht so ist, beweist Peter Jacksons Dokumentarfilm. (Bild: Apple Corps.)
Oft gibt es gute Gründe, Aufnahmen 20 oder wie in diesem Fall 50 Jahre unter Verschluss zu halten, um sie vor einer Veröffentlichung zu schützen. Dass es bei den 57 Stunden Filmmaterial, das die späten Beatles bei der Aufnahme ihres letzten Albums "Let It Be" im Januar 1969 zeigt, nicht so ist, beweist Peter Jacksons Dokumentarfilm. (Bild: Apple Corps.)

Von den "Get Back"-Sessions zum "Rooftop Concert"

Stattdessen erlebte Jackson etwas anderes: Die Beatles, die nur drei Wochen Zeit hatten, ihr neues Werk aufzunehmen, sind lustvoll bei der Arbeit, sie gehen flapsig und brit-humorig, aber auch empathisch miteinander und der "neuen" Musik um. Nicht nur für Jackson, sondern für jeden Musikfan dürfte der Dreiteiler ein Highlight unter den Musikdokus der letzten Zeit darstellen. Songs wie "Get Back", "The Long And Winding Road" und natürlich "Let It Be" stammen vom diesem Album.

Gleichzeitig erlebt man die Band bei der Diskussion, ob und auf welche Weise man nach langer Abstinenz auf die Bühne zurückkehren könnte, woraus sich das skurrile und illegale Konzert auf dem Dach ihres Londoner Hauptquartiers ergibt. Das "Rooftop Concert" am 30. Januar 1969 war der letzte Auftritt der Beatles. Weil nichts angekündigt war und es auch keine Tickets zu kaufen gab, bestand das Publikum während der Londoner Mittagszeit im Wesentlichen aus Personen, die sich zufällig in der Nähe aufhielten. Von der Macht solcher wunderbaren Zufälle erzählt auch irgendwie Peter Jacksons Film, der "history in the making" aus der faszinierenden Gegenwarts-Perspektive jener Geschichtsschreibung festhält.

Filmplakat zur Doku "The Beatles - Get Back" auf Disney+, das der Streamingdienst als "Film-Event" bewirbt. Da die 57 Stunden Basis-Material offenbar tatsächlich unbesehen ein halbes Jahrhundert im Tresor lagen, greift der Begriff bei einer Band wie den Beatles wohl nicht zu kurz.  (Bild: Apple Corps.)
Filmplakat zur Doku "The Beatles - Get Back" auf Disney+, das der Streamingdienst als "Film-Event" bewirbt. Da die 57 Stunden Basis-Material offenbar tatsächlich unbesehen ein halbes Jahrhundert im Tresor lagen, greift der Begriff bei einer Band wie den Beatles wohl nicht zu kurz. (Bild: Apple Corps.)
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