Perus Ex-Präsident Fujimori muss erneut vor Gericht

Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori muss sich erneut vor Gericht verantworten. Fast zwei Monate nach seiner Begnadigung und seiner Freilassung aus dem Gefängnis ordnete der Nationale Strafgerichtshof in Lima am Montag einen neuen Prozess wegen eines Massakers an sechs Bauern im Jahr 1992 an. Der 79-jährige Fujimori war wegen Menschenrechtsverbrechen während seiner Amtszeit zu 25 Jahren Haft verurteilt und im Dezember von Präsident Pedro Pablo Kuczynski begnadigt worden.

Wie der Nationale Strafgerichtshof im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, bezieht sich der Gnadenerlass aber nur auf die Menschenrechtsverbrechen, für die Fujimori verurteilt wurde, nicht aber auf den Fall von 1992. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, dem Ex-Präsidenten und 22 weiteren Verdächtigen wegen der Tötung der Bauern durch Todesschwadronen den Prozess zu machen.

Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. 2007 wurde er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

An Heiligabend hatte Präsident Kuczynski Fujimori mit Verweis auf dessen schlechten Gesundheitszustand begnadigt und die Haftentlassung verfügt. Anfang Januar kam Fujimori nach zwölf Jahren hinter Gittern frei.

Die Begnadigung hatte in dem südamerikanischen Land heftige Proteste und eine politische Krise ausgelöst. Kritiker vermuteten einen Deal mit dem Sohn Fujimoris und weiteren Abgeordneten aus dem Fujimori-Lager, die drei Tage vor dem Gnadenerlass nicht für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Kuczynski gestimmt hatten.