Pence will keine Propaganda bei Olympia, Kim Jong Uns Schwester kündigt Besuch an

Pence will keine Propaganda bei Olympia, Kim Jong Uns Schwester kündigt Besuch an

Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang stehen zwei Tage vor der Eröffnungsfeier weiter im Zeichen der politischen Spannungen mit Nordkorea. US-Vizepräsident Mike Pence betonte am Mittwoch in Japan, man werde "nicht zulassen, dass nordkoreanische Propaganda die Botschaft und Symbole Olympias in Geiselhaft" nehme. Fast zeitgleich kündigte die Schwester von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ihren Besuch bei den Spielen an.  
Für Pence, der sich am Rande eines Treffens mit Japans Premierminister Shinzo Abe äußerte, sind Nordkoreas Aktivitäten rund um die Olympische Spiele ein Versuch der Augenwischerei. "Wir werden nicht zulassen, dass Nordkorea hinter dem olympischen Banner die Realität versteckt, nämlich dass sie ihr Volk versklaven und die Nachbarstaaten bedrohen", sagte der Republikaner. 
Nur wenige Stunden zuvor hatte Südkoreas Vereinigungsministerium bekanntgegeben, dass Kim Yo Jong als erstes Mitglied der seit 70 Jahren in Nordkorea herrschenden Familiendynastie für einen Besuch der Spiele in den Süden des geteilten Landes reist. Die Schwester von Diktator Kim Jong Un soll als Mitglied der hochkarätigen nordkoreanischen Politiker-Delegation unter anderem am Freitag an der Eröffnungszeremonie teilnehmen. Dort könnte sie auch auf Pence treffen.
Kim Yo Jong war im Oktober zu einem Mitglied des von Kim Jong Un kontrollierten Machtzentrums in der nordkoreanischen Arbeiterpartei erklärt worden. Es ist ihr erster offizieller Auftritt in politischer Funktion. Zu den Spielen soll sie in Begleitung von Nordkoreas protokollarischem Staatsoberhaupt Kim Yong Nam reisen. Nordkoreas formale Nummer eins besucht als bislang ranghöchster Vertreter Nordkoreras den Südteil der Halbinsel.
Süd- und nordkoreanische Sportler werden bei der Eröffnungsfeier am Freitag gemeinsam hinter der Vereinigungsflagge des Landes ins Olympiastadion einmarschieren. Im vergangenen Monat hatte Nordkorea der Entsendung von insgesamt 22 Teilnehmern nach Pyeongchang zugestimmt. Im Eishockey-Turnier der Frauen tritt eine gemischte Mannschaft mit Spielerinnen sowohl aus dem Süd- als auch dem Nordteil als Korea an.