Pence sichert Baltikum nach Diplomaten-Ausweisung volle Unterstützung zu

Pence (r.) mit den drei baltischen Staatsoberhäuptern

Die deutliche Verringerung des US-Botschaftspersonals in Russland wird nach Angaben von US-Vizepräsident Mike Pence keine Auswirkungen auf Washingtons Unterstützung für die baltischen Staaten haben. Die US-Regierung werde sich weiter für die Sicherheit ihrer Verbündeten und aller "freiheitsliebenden Länder" einsetzen, sagte Pence am Montag nach einem Treffen mit den Staatsoberhäuptern von Estland, Lettland und Litauen in Tallinn.

US-Präsident Donald Trump habe für die baltischen Länder eine "einfache Botschaft", sagte Pence. "Wir stehen hinter Euch". Die USA stünden auf der Seite "der Menschen und Nationen" im Baltikum, versicherte Pence, der den baltischen Ländern eine noch stärkere Partnerschaft und höhere Verteidigungsausgaben in Aussicht stellte. Im Verhältnis zu Russland hoffe die US-Regierung aber zugleich "auf bessere Tage".

Als Reaktion auf neue US-Sanktionen hatte der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag eine deutliche Verringerung des diplomatischen Personals in Russland angeordnet. 755 Mitarbeiter der US-Vertretungen müssten "ihre Aktivitäten in Russland einstellen", sagte Putin in einem Fernsehinterview.

Vergangene Woche hatte der US-Senat in Washington für neue Sanktionen gegen Russland gestimmt, um die Annexion der Krim und die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs im vergangenen Jahr zu ahnden. Präsident Trump ließ mitteilen, dass er den Beschluss in Kraft setzen wolle.

Bereits am Freitag hatte das russische Außenministerium angekündigt, die Personalzahl an der US-Botschaft und den Konsulaten in Russland müsse bis September auf 455 sinken - dies entspreche der Zahl der russischen Diplomaten in den USA. Unklar blieb zunächst die genaue Zahl der US-Diplomaten, die Russland verlassen müssen. Putin nannte nun erstmals die exakte Zahl der betroffenen US-Vertreter.

Das Baltikum gehörte früher zur Sowjetunion und damit zu Moskaus Einflussgebiet. Seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 sind die baltischen Staaten auch um ihre eigene Sicherheit besorgt. In der Folge hat die Nato ihre Truppenpräsenz in Polen und den baltischen Staaten massiv verstärkt. Anfang Juli hatten die USA für ein Nato-Manöver erstmals Patriot-Raketen in Litauen stationiert.