Pelz, Seide und Kaschmir sind verboten: ASOS führt strenge Tierschutzbestimmungen ein

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Wird es bei ASOS nicht mehr zu kaufen geben: Pelz, Fell, Mohair, Seide und andere tierische Produkte. (Symbolbild: Getty Images/Rafa Elias)

Radikale Entscheidung für den Tierschutz: Online-Versandhändler ASOS verbannt Materialien tierischen Ursprungs aus seinem Sortiment.

Für seine Eigenmarken setzte der Konzern bereits in der Vergangenheit höhere Standards, nun sind auch Drittanbieter sowie Privatpersonen, die auf ASOS Marketplace ihre eigene Ware anbieten, in der Pflicht. Pelz, Lammfell, Wolle vom Angora-Kaninchen sowie Seide, Kaschmir und Mohair sind bei ASOS ab sofort tabu. Aber auch Mode aus anderen tierischen Materialien wie Federn, Knochen, Horn, Muscheln, Perlmutt oder Zähnen wird es künftig nicht mehr geben. Von gefährdeten, exotischen oder gar vom Aussterben bedrohten Tieren darf ebenfalls nichts verwertet werden, dasselbe trifft auch auf Tiere aus Wildfang zu.

Leder ist nur gestattet, wenn es ein Abfallprodukt aus der Fleischindustrie ist und aus guter Tierhaltung stammt. Bei Wolle und anderem Tierhaar gelten dieselben Standards. Auch beim Make-up will ASOS künftig einiges ändern: Zwar bietet das Versandhaus nach wie vor Kosmetik aus Tierversuchen an, weist aber darauf hin, dass Tierversuche in manchen Ländern gesetzlich vorgeschrieben sind, bevor die Produkte für den Verkauf zugelassen werden. Man habe sich aber langfristig das Ziel gesetzt, gemeinsam mit Herstellern ein weltweites Verbot von Tierversuchen zu erwirken.


„Gewonnen! @ASOS verbietet nach dem Exposé von PETA den Verkauf von Mohair, Seide, Kaschmir und Federn“

Die neuen Richtlinien sind auch eine Reaktion auf ein Video der Tierschutzorganisation PETA über die Mohair-Industrie Südafrikas, die 50 Prozent des weltweit in Mode verarbeiteten Mohairs herstellt. Neben ASOS haben auch Topshop, H&M, Forever 21 und zahlreiche andere internationale Modeketten angekündigt, künftig vom Verkauf von Mohair abzusehen.

Wirksam werden die neuen Richtlinien mit sofortigem Effekt: Ab sofort wird der Konzern für Produkte mit den genannten tierischen Materialien keine Lieferungen mehr beauftragen. Bis Ende Januar nächsten Jahres will man auch alle Produkte, die sich derzeit im Sortiment befinden, von der Seite entfernt haben.

Jedes Jahr werden 50 Millionen Tiere für ihr Fell gezüchtet und getötet, für Nahrung und Mode zusammen sind es jährlich 70 Milliarden Tiere.