Hoffen und Bangen: Die Menschen auf der "Aquarius"

Spanien wird die 629 Flüchtlinge, die auf dem Rettungsboot Aquarius auf dem Mittelmeer ausharrten aufnehmen. Das hat der neue sozialistische Regierungschef Pedro Sanchez mitgeteilt.

Zuvor hatten sich Italien und Malta fast zwei Tage lang geweigert, die im Mittelmeer auf einem Flüchtlingsboot ausharrenden Menschen bei sich aufzunehmen.

Ein Schiff treibt auf dem Mittelmeer. An Bord rund 600 Flüchtlinge, die "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Méditerranée" aus dem Wasser gefischt haben.

Bei der spektakulären Rettungsaktion war auch die einzige TV-Journalistin, die Euronews-Reporterin Anelise Borges, anwesend. "Die Situation auf der Aquarius ist ruhig. "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Méditerrannée" sagen beide, alles sei unter Kontrolle. Allerdings ist die Lage sehr heikel, denn das Rettungsschiff ist überfüllt," räumt die Euronews-Reporterin ein. "Normalerweise passen 550 Menschen an Bord, doch derzeit sind es 629. Die meisten von ihnen müssen draußen an Deck schlafen und sind den Wetterbedingungen völlig ausgeliefert. Wir reden hier von Menschen, die bereits 20 bis 30 Stunden auf See verbracht haben, bevor sie gerettet wurden."

Die Aquarius war gerade mal 24 Stunden auf See, bevor sie die Notrufe erreichten. Aloys Vimard, Projektleiter bei Ärzte ohne Grenzen, erklärt: "In dieser Gegend sind bereits mehrere Boote in Seenot geraten. Jetzt gerade nähern wir uns zwei Schlauchbooten."

Die Schlauchboote sind jetzt in Sicht. Die Rettungsmannschaften müssen sich beeilen. Bald wird es dunkel, was ihre Arbeit weiter erschweren würde.

Eine Seite des Bootes gibt nach, mehr als 40 Flüchtlinge fallen ins Wasser. Sie tragen keine Rettungswesten.

Es folgt eine schwierige Rettungsaktion. Aber am Ende befinden sich alle 219 Menschen in Sicherheit. Unter ihnen Männer, Frauen - auch Schwangere - und Dutzende Kinder. Was aus ihnen wird, ist völlig unklar.

Anelise Borges, Euronews: "Das Team schätzt, dass Essen und Wasser für einige Tage reichen. Aber es übt Druck auf die italienischen Behörden aus, eine Entscheidung zu treffen und einen Hafen zu bestimmen, damit diese Leute so schnell wie möglich an Land gehen können.