Eis-Debakel perfekt: Pechstein geht leer aus

Claudia Pechstein ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin bei Winterspielen

Als Claudia Pechstein auf den finalen Metern ihrer siebten Winterspiele zum Sprint ansetzte, waren die Medaillen schon vergeben. Die deutsche Eisschnellläuferin hat im womöglich letzten Rennen ihrer 26-jährigen Olympia-Karriere einen Überraschungserfolg klar verpasst.

Zwei Tage nach ihrem 46. Geburtstag belegte die Berlinerin zum Abschluss der Eisschnelllauf-Wettbewerbe in Pyeongchang bei der olympischen Premiere des Massenstarts den 13. Rang. 

"Es war mein Ziel, ins Finale zu kommen. Das habe ich erreicht. Ich bin sehr stolz darauf. Im Finale habe ich versucht, das Rennen mitzugestalten. Aber es ist mir nicht ganz gelungen, den Anschluss zu halten", sagte Pechstein.

Gold ging an die Japanerin Nana Takagi, die die Südkoreanerin Kim Bo Reum und Irene Schouten aus den Niederlanden auf die Plätze verwies. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Pechsteins Traum bleibt unerfüllt

Während die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) wie vor vier Jahren Sotschi ohne Medaille abreist, bleibt Pechsteins Traum vom zehnten Olympia-Edelmetall zumindest vorerst unerfüllt.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Gewinn von 5000-m-Bronze in Albertville 1992 hatte die fünfmalige Olympiasiegerin in Südkorea ein weiteres Mal auf das Podest laufen wollen. Über 3000 m (9.), 5000 m (8.) und in der Teamverfolgung (6.) lief sie jedoch deutlich daran vorbei.

Besonders enttäuscht war Pechstein über das Ergebnis auf ihrer Paradestrecke 5000 m gewesen. Im Massenstart wollte sie versuchen, die "Wut über die 5000 m in Leistung umzumünzen", wie sie vor dem Rennen sagte.


Kaum Zeit zwischen Halbfinale und Finale

Dies erwies sich als Herausforderung. Das Abschlussprogramm war fordernd und eng getaktet. Gerade einmal eine knappe Stunde lag zwischen Halbfinale und Finale, beide Läufe führten über jeweils 16 Runden.

Das Finale gestaltete Pechstein zunächst aktiv. Häufig hielt sie sich zu Beginn an der Spitze auf. In der entscheidenden Phase des immer schneller werdenden Rennens verpasste Pechstein dann aber den Sprung in die Fluchtgruppe, die im Sprint die Entscheidung unter sich ausmachte. 

Im Halbfinale hatte Pechstein zuvor mit fünf Punkten den vierten Platz belegt. Dabei profitierte sie vor dem zweiten Zwischensprint vom Sturz dreier Konkurrentinnen und sicherte sich so das Ticket für das Finale. (SERVICE: Zeitplan des Olympischen Eishockey-Turniers)


Massenstart erstmals bei Olympia

Der Massenstart stand erstmals im olympischen Programm. Die Rennen sind dynamischer und müssen deutlich taktischer gelaufen werden als die Einzelstrecken.

Bei Weltmeisterschaften und im Weltcup hat sich das Format bewährt. Auch Pechstein hat positive Erfahrungen gesammelt, Anfang Dezember gewann sie in Calgary ein Weltcup-Rennen.

Pechtein bestritt in Südkorea ihre siebten Winterspiele. Sie plant, bis Peking 2022 weiterzumachen und erst im Anschluss ihre Laufbahn zu beenden. In vier Jahren gebe sie das Karriereende bekannt, hatte sie am Donnerstag gesagt.

Pechstein wäre dann allerdings fast 50 Jahre alt. Die Qualifikation für ihre achten Spiele wäre in diesem Alter eine Sensation. Eine Startplatzgarantie besitzt sie nicht.