Pechstein gewinnt und knackt Olympia-Norm

Siebte Winterspiele ganz nah: Pechstein gewinnt 5000-m-Weltcup und knackt Olympia-Norm

Der Weg nach Pyeongchang ist frei: Claudia Pechstein kann nach einem denkwürdigen Lauf auf die Spitze des Weltcup-Podests ihre siebte Teilnahme an Olympischen Winterspielen planen.

Die fünfmalige Olympiasiegerin, die bereits 1992 bei den Spielen in Albertville auf dem Eis gestanden und seinerzeit Bronze gewonnen hatte, knackte am Sonntag mit dem Sieg auf ihrer Spezialstrecke 5000 m in Stavanger/Norwegen mühelos die nationale Olympia-Norm.

45-Jährige düpiert die junge Konkurrenz

Pechstein gelang der Meilenstein dank eines herausragenden Laufs in 6:56,60 Minuten, mit dem sie die deutlich jüngere Konkurrenz in den Schatten stellte. Für die Normerfüllung auf der längsten Einzelstrecke bei den Frauen hätte bereits ein achter Platz genügt. 

"Das ist sensationell. Sie hat wieder gezeigt, was in ihr steckt", sagte DESG-Sportdirektor Robert Bartko dem SID: "Sie hat die Erfahrung, das Tempogefühl und eine super Kondition. Das war ein positives Zeichen in Richtung Olympia."

Pechstein deklassierte im direkten Duell ihre 23 Jahre jüngere Konkurrentin Isabelle Weidemann aus Kanada (7:00,82). Anschließend kamen auch Ivanie Blondin (Kanada/6:57,34) und Weltmeisterin Martina Sablikova (Tschechien/6:59,95) auf den Plätzen zwei und drei nicht an die Berlinerin heran. Zuletzt hatte Pechstein im November 2014 in Seoul einen Weltcup gewonnen. Insgesamt war es im Weltcup ihr 33. Triumph und der 113. Podestplatz.

Siebte Winterspiele ganz nah

Die Winterspiele in Südkorea finden zwischen dem 9. und 25. Februar statt, am Rande der Wettkämpfe würde Pechstein ihren 46. Geburtstag (22. Februar) feiern. Abschließend trifft die Entscheidung über die Nominierung allerdings der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Als beste deutsche Langstrecken-Läuferin ist Pechsteins Berufung in den Olympia-Kader aber lediglich eine Formsache.

Die Erfüllung der nationalen Norm ist ein entscheidendes Kriterium für das Startrecht bei Olympischen Spielen, gleichbedeutend mit der Qualifikation ist sie aber nicht. Die Startplätze - über 5000 m der Frauen sind zwölf zu vergeben - werden vom Weltverband ISU über ein Punkte- und Zeitranking an die nationalen Verbände verteilt, das erst nach dem vierten Weltcup in Salt Lake City/USA (8. bis 10. Dezember) final feststeht.

Ein Startplatz über das Zeitranking ist der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) dank Pechstein nun aber sicher, da die 5000 m nur in Stavanger auf dem Programm standen. Ins Punkteranking fließen auch die Ergebnisse aus den 3000-m-Läufen ein.