Das steckt hinter der All-Star-Revolution der NBA

Raphael Weber, Maximilian Lotz
LeBron James und Stephen Curry könnten beim All-Star Game der NBA dieses Jahr ihre Teams selbst wählen

Bislang trafen im All-Star Game traditionell die Stars der Eastern auf die Besten der Western Conference - doch mit der kommenden 67. Auflage des Spektakels bricht die NBA mit dieser Tradition.

Zusammen mit der Spielergewerkschaft NBPA beschloss die Liga am Dienstag diese revolutionäre Änderung. Demnach wählen die beiden Team-Kapitäne künftig ihre beiden Mannschaften selbst.

Fan-Lieblinge dürfen sich ihre Teams aussuchen

Diese Ehre wird jenen beiden Spielern aus dem Osten beziehungsweise Westen zuteil, die beim Fan-Voting zuvor die meisten Stimmen erhalten haben.

Das Prozedere der Vorauswahl der 24 All-Stars bleibt dabei unverändert. Wie bereits in der vergangenen Saison dürfen neben den Fans auch wieder Spieler und Journalisten am Voting teilnehmen und jeweils die fünf Starter pro Conference wählen, die Trainer bestimmen weiterhin die sieben Reservisten pro Team.


Neu ist nun, dass aus diesem Pool an Spielern die beiden Kapitäne ihre Teams selbst zusammenstellen. Dabei müssen zunächst die insgesamt zehn Starter gepickt werden, danach die Reservisten.

"Ich bin begeistert, was die Spieler und die Liga getan haben, um das All-Star Game zu verbessern. Das hatte für uns alle Priorität", sagte Chris Paul, Neuzugang der Houston Rockets und Präsident der NBPA.

Mehr Wettbewerb, weniger Show

Die Spieler erhoffen sich bei dem Show-Match mehr Wettbewerb.

In den letzten Jahren war das All-Star Game - zum Ärger ernsthafter Basketballfans, Journalisten und Experten - immer mehr zu einer reinen Showveranstaltung ohne den geringsten sportlichen Wert verkommen.

So gewann der Westen das letztjährige All-Star Game mit dem ursprüngliche Modus im Februar in New Orleans mit 192:182 gegen den Osten.

"Wir sind gespannt auf den neuen Modus des All-Star Games und begrüßen die Bereitschaft der Spieler, etwas neues auszuprobieren", sagte NBA-Präsidiumsmitglied Byron Spruell.

Was machen die Rivalen?

Spannend wird auch die Frage, in wiefern die Rivalitäten zwischen den Stars ihr Wahlverhalten beeinflussen.

Im vergangenen Jahr hätten LeBron James und Stephen Curry als beliebteste Spieler ihre Teams handverlesen dürfen. Würde "King James" als Kapitän dieses Jahr wirklich Kyrie Irving in sein Team holen, der bei den Cleveland Cavaliers nicht mehr mit ihm zusammenspielen wollte?

Und wenn Curry seinen Kumpel und Teamkollegen Kevin Durant ausgesucht hat - holt er auch noch Russell Westbrook, obwohl es zwischen dem eigenwilligen Guard und KD knirscht?

Hier dürfte es noch einige spannende Entscheidungen im Wahlprozess geben.

All Stars unterstützen Charity-Projekte

Eine weitere Neuerung ist, dass beide Teams für einen wohltätigen Zweck spielen. Dafür wählen beide Mannschaften im Vorfeld eine Charity-Organisation aus dem Raum Los Angeles aus.

Das All-Star Game 2018 findet am 18. Februar im Staples Centre in Los Angeles statt.