Lewandowski und Müller retten Bayern nach Doppel-Patzer

Thomas Müller (Mitte) macht mit seinem zweiten Treffer in der 84. Minute alles klar gegen Werder Bremen

Nach dem Schlusspfiff lagen sich Robert Lewandowski und Thomas Müller in den Armen.

Sowohl der polnische Torjäger als auch der Weltmeister hatten zuvor einmal mehr bewiesen, dass sich der FC Bayern München auf sie verlassen kann. (TICKER zum Nachlesen)

Jeweils per Doppelpack machten die beiden Offensivstars den hart umkämpften 4:2 (1:1)-Sieg gegen ein widerspenstiges Werder Bremen perfekt und wurden nach Spielende entsprechend gefeiert. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

"Wir haben nicht klar gespielt und zu behäbig aus der Defensive heraus. Bremen hat nicht wie eine Mannschaft gespielt, die im Tabellenkeller steckt", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes.

"Aber es zeichnet uns dann aus, dass wir solche Spiele noch gewinnen. Thomas Müller hat seinen Torinstinkt rausgekramt und Robert Lewandowski hat so viel Klasse, dass er aus solchen Situationen Kapital schlägt." 


Müller mit Jubiläumstreffer

Vor allem Müller strahlte, schließlich war sein Treffer zum Endstand zugleich sein 100. Bundesligator. "Es ist immer schön, wenn man trifft. Ich hatte die Marke heute nicht auf dem Schirm, aber es ist natürlich schön", sagte der Jubilar nach dem Abpfiff bei Sky.

Ganz zufrieden war er aber nicht: "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen."


Trotz einiger Schwächen strebt Bayern aber nicht zuletzt der Kaltschnäuzigkeit seiner Pulikumslieblinge weiterhin ungehindert seinem sechsten Meistertitel in Folge entgegen. Der riesige Vorsprung vor der Konkurrenz unterstreicht zudem die Extraklasse des Rekordmeisters in der Bundesliga. (DATEN: Tabelle der Bundesliga)

Ulreich und Süle patzen

Jerome Gondorf (25.) hatte zunächst nach einem Traumpass des bärenstarken Max Kruse das erste Werder-Tor in der Allianz Arena seit April 2014 erzielt.

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Gegen das wehrhafte und mutige Team von Trainer Florian Kohfeldt gelang Müller (41.) aus kurzer Entfernung der Ausgleich. Der bis dahin unauffällige Lewandowski (63. und 76.) sorgte mit seinen Saisontreffern 16 und 17 für die Vorentscheidung, ehe Weltmeister Müller dann in der 84. Minute für die Bayern alles klar machte.

"Es war ein tolles Spiel mit vielen Torchancen. Respekt vor meiner Mannschaft, wir waren so mutig wie wir uns das vorgenommen hatten. Ich ärgere mich sehr, ich glaube, dass ein Punkt drin gewesen wäre", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Niklas Süle (74.) war ein Eigentor unterlaufen. Zuvor verschuldete Bayern-Keeper Sven Ulreich unbeholfen den Eckball, der schließlich zum Eigentor führte.

Bayern baut Rekordserie aus

Mit dem 15. Ligaerfolg nacheinander gegen Werder baute die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes eine Rekordserie aus. Bremen kassierte zwar die 600. Niederlage seiner Bundesliga-Geschichte, war in München aber lange nicht mehr so nah an einer Überraschung.

Der Außenseiter, der überhaupt nicht wie ein Abstiegskandidat auftrat, machte den Bayern das Leben sehr schwer, agierte strukturiert und verdichtete die Räume geschickt.

Kohfeldt ermunterte sein Team zudem immer wieder, sich von den Münchnern nicht hinten reindrängen zu lassen. 

Auch das Offensivspiel der Hanseaten war durchaus ansprechend. Kruse (7.) etwa hatte die erste wirklich gefährliche Aktion, traf per Kopf allerdings nur den Pfosten.

Ein Fernschuss von Zlatko Junuzovic (23.) ging nur knapp daneben, kurz darauf hatte Kruse einen genialen Moment beim Zuspiel auf Gondorf.

Lewandowski feiert Comeback

Die Münchner waren engagiert, aber gegen die mutigen Bremer fehlten erst einmal die zündenden Ideen, Gondorfs Gegentreffer lähmte zusätzlich.

Heynckes war an der Seitenlinie die Unzufriedenheit anzusehen. In der ersten halben Stunde blieben ein Flachschuss von Franck Ribery (12.) und ein unpräziser Kopfball von Lewandowski (14.) die einzigen halbwegs brisanten Torszenen.


Heynckes hatte Lewandowski erstmals in der Rückrunde aufgeboten, nachdem dessen Probleme an der Patellasehne nahezu abgeklungen waren. Ersetzen musste der Bayer-Coach den zuletzt erkrankten Mats Hummels und David Alaba, der wegen eines Magen-Darms-Infekts ausfiel.

Die Bayern hatten Glück, dass sie eine Unaufmerksamkeit von Milos Veljkovic, die Müller prompt bestrafte, zurück in die Partie brachte. An Werders couragierter Grundhaltung änderte das nichts, Gondorf (56.) hatte nach dem Wechsel die nächste verheißungsvolle Szene.

Erst der eingewechselte Arturo Vidal (61.) sorgte wieder für Gefahr vor dem Werder-Tor.

Bremen steckte auch nach Lewandowskis Doppelpack nicht auf und hielt das Spiel bis in die Schlussminuten spannend. Bayern-Keeper Sven Ulreich rettete noch glänzend gegen Junuzovic, ehe Müller für Ruhe beim Favoriten sorgten.