Wie Trump: Patriots-Coach lästert über Mexiko

Bill Belichick führte die New England Patriots in der vergangenen Saison zum Titel

Sportlich hätte das Gastspiel im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt für die New England Patriots kaum besser laufen können.

Dank eines stark aufgelegten Tom Brady hatte der Titelverteidiger in der NFL die Oakland Raiders mit 33:8 besiegt. Der Quarterback hat sogar vor, der Arena mal wieder einen Besuch abzustatten.


Doch sein Trainer denkt ganz anders über das besondere Event. "Ich hätte nicht so viel Lust, das noch einmal zu machen", sagte Bill Belichick dem Sportradio WEEI.

Die Erklärung lieferte der Erfolgscoach der Pats gleich hinterher: "Für ein Spiel ist das ein sehr weiter Weg. Von der Organisation her ist es ein großer Aufwand. Sie sind es dort nicht gewohnt, ein NFL-Team zu empfangen, also muss man viele logistische Dinge selbst übernehmen."

Zudem seien die Patriots erschöpft zurückgekehrt. "Es hat uns viel Manpower, viele Stunden und sehr viel Energie gekostet", ergänzte Belichick.

Erdbeben und Vulkane laut Belichick eine Bedrohung

Das Team habe sich viel mit den Themen Höhe, Dehydrierung, Ernährung etc. beschäftigt. "Wir sind damit zurecht gekommen", meinte er trocken.

Doch das waren nicht seine einzigen Kritikpunkte. Er sprach weiter davon, dass man von Glück sagen könne, "dass es keinen Vulkanausbruch, Erdbeben oder etwas Ähnliches gegeben hat".

Politische Dimension durch Trump-Verbindung

Belichick konkretisierte zwar: "Man hat zwei NFL-Franchises, die in eine Region geschickt wurden, in der es zwei Erdplatten gibt, von denen ich nicht weiß, wie stabil sie sind. Aber es ist nichts passiert, also war es gut."

Möglicherweise möchte Belichick mit seiner Kritik bezwecken, dass die NFL die Patriots nicht ein zweites Mal nach Mexiko schickt. Denn je ein Spiel pro Saison bis 2021 im Aztekenstadion ist vertraglich vereinbart.

Solch abschätzige Aussagen haben aber auch eine politische Dimension. Denn Patriots-Eigentümer Robert Kraft ist ein guter Bekannter und Unterstützer des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump, der keine Gelegenheit auslässt, Mexikaner als Verbrecher oder Drogendealer zu beschimpfen, über das Land zu spotten und seine geplante Grenzmauer anzupreisen.

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