Patras: Ein bisschen wie Calais

Gleich mehrere Fährlinien verbinden die griechische Stadt Patras mit Italien. In der Nähe des Hafengeländes leben in einer Fabrikruine rund 400 Flüchtlinge und Migranten, die auf eine Gelegenheit warten, als blinde Passagiere nach Italien zu gelangen. Das Sicherheitspersonal versucht, sie daran zu hindern.

„Es ist ein Katz- und Maus-Spiel", berichtet der Hafenmeister. „Sie versuchen, aufs Hafengelände zu gelangen, wir versuchen, sie davon abzuhalten und den Hafen zu schützen. Wir sind gegenüber den Migranten in der Minderheit. Es wäre falsch, Gewalt anzuwenden - diese käme wie ein Bumerang auf uns zurück."

Ein bisschen erinnert die Lage in Patras an Calais. In der französischen Hafenstadt springen Migranten immer wieder auf Lastwagen auf und versuchen, unerkannt nach Großbritannien einzureisen.

Sie würden es immer und immer wieder versuchen. Das sei das einzige, was sie tun können, sagt ein 19-jähriger Afghane in Patras.

Um mögliche unerwünschte Mitfahrer aufzuspüren, werden die LKW durchleuchtet und alle möglichen Winkel und Ecken überprüft. Das Ganze sei eine Belastung, sagt ein Fernfahrer.

„Das Problem ist nicht, ob du ihnen helfen willst oder nicht. Wenn man in seinen LKW einsteigt, sieht man sie manchmal nicht, weil sie sehr gewitzt, intelligent und schnell sind. Dann hilft man ihnen unwissentlich über die Grenze, und das ist nicht erlaubt.“

Der Hafenmeisterei zufolge schafften es im vergangenen Jahr 147 Migranten illegal von Patras nach Italien zu gelangen und wurden dann zurückgeschickt. Wie viele unerkannt durchkamen: Darüber gibt es keine Zahlen.