Pat Fry über Entwicklung für 2021: "Kein ganzes, aber ein halbes Auto bauen"

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 2 Min.

Um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, einigten sich die Formel 1 und der Automobil-Weltverband FIA vor geraumer Zeit auf einen sogenannten "Carry-Over" der Autos von 2020 in die kommende Saison.

Das bedeutet: Hauptkomponenten sind eingefroren; Änderungen für 2021 sind auf Aero-Teile und Bereiche, die durch ein Token-System abgedeckt werden, beschränkt.

Auch wenn der Spielraum für Modifikationen dadurch begrenzt ist, gibt es laut Pat Fry, technischer Leiter bei Renault, noch viele Bereiche, die verändert und weiterentwickelt werden können: "Obwohl verschiedene Teile des Autos homologiert sind, sodass man sie nicht verändern kann, gibt es immer noch eine ganze Menge, das offen ist."

Was sich Renault für 2021 vorgenommen hat

"Man kann kein ganz neues Auto bauen", räumt Fry ob der Beschränkungen ein, "aber man kann definitiv ein halbes Auto bauen. Wir arbeiten uns sozusagen durch das, was wir für sinnvoll halten, und versuchen, so viel wie möglich zu machen."

Auf die Frage, wo der Fokus für das Team, das 2021 unter dem Namen Alpine startet, liegen wird, verrät er: "Abgesehen von der Nase, dem Chassis, dem Motor und dem Getriebe, werden wir das meiste überarbeiten. Ich denke, es wird für alle das Gleiche sein."

2020 habe Renault bereits gute Aero-Verbesserungen erzielen können. Darauf wolle man aufbauen: "Die Richtung, die wir bei der Entwicklung der Aerodynamik eingeschlagen haben, war solide und wir müssen diesen Weg weitergehen. Der Boden verändert die Strömungsstrukturen ziemlich dramatisch, aber auch das ist für alle gleich."

Neue Unterboden-Regeln "wirklich dramatisch

"Wir müssen einfach das Beste daraus machen und damit umgehen. Aber im Grunde versuchen wir, weiter auf der Philosophie aufzubauen, die wir bisher hatten. Es gibt immer noch ziemlich viel Spielraum für das, was man innerhalb der Regeln tun kann."

Dabei gilt es auch auf die Regeländerungen für 2021 zu reagieren, die eingeführt wurden, um den Abtrieb zu reduzieren. Die größte dieser Änderungen betrifft den Unterboden: Ein Teil des Bereichs vor dem Hinterreifen wird abgeschnitten, sodass sich die äußeren Abmessungen des Bodens nach hinten hin verjüngen.

Die neuen Regeln zielen darauf ab, den Abtrieb um etwa zehn Prozent zu reduzieren. Erste Tests des Bodendesigns zeigten, dass die Änderungen einen großen Einfluss haben.

"Die Änderung des Bodens sieht ziemlich unbedeutend aus, aber wie sie die Aerodynamik am Heck des Autos tatsächlich verändert, ist wirklich dramatisch", urteilt Fry. Die Folgen bleiben abzuwarten: "Es wird davon abhängen, wer am besten damit zurechtkommt, um zu sehen, wie es die Reihenfolge durcheinander bringt."

Bei McLaren sieht er jedoch einen gewissen Vorteil: "Ich schätze, McLaren kann mehr ändern als die meisten anderen, denn mit einer neuen Power-Unit kann man eine Menge anderer Teile des Autos außerhalb der normalen Homologation ändern."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.