Partykiez im Wandel: RAW-Gelände - Touristen auf der Suche nach dem Mythos Berlin

Ein Abend auf dem RAW-Gelände: Hunderte Menschen besuchen die Clubs und Bars auf dem RAW-Gelände

Es ist ein Ort, ein bisschen so wie Berlin selbst: voller Widersprüche, mit vielen Akteuren und einem Wirrwarr an Besitzansprüchen. Ein Ort, an dem Kleinkunst, Kriminalität und Kommerz koexistieren. Zerklüftet und doch irgendwie zusammenhängend, schillernd und schäbig zugleich. Wer hier eben noch am Sonntagnachmittag mit seinen Kindern über den Flohmarkt schlenderte, würde die Gegend vielleicht nachts aus Angst vor massiver Kriminalität eher meiden. Alles, was über diesen Ort geschrieben wurde, ist zu gleichen Teilen Klischee und Wahrheit: No-go-Area, Partymeile, Brennpunkt, Touristenmagnet, Brache.

Ein Feldversuch in Sachen Stadtentwicklung

Gemeint ist das RAW-Gelände, knapp 71.000 umstrittene Quadratmeter in Friedrichshain. Die Google-Rezensionen reichen von Sätzen wie "Bester place zum Feiern in Friedrichshain" bis zu "Früher gab es hier Kreative und Subkultur, heute hat das Gelände seinen Charme verloren und in den Bars läuft Justin Bieber". Tatsächlich ist es dieses Spannungsfeld zwischen Subkultur und Kommerz, das auf dem RAW spürbar wird.

Was hier in den kommenden Jahren geschehen wird, lässt sich auch deswegen als eine Art Feldversuch für ganz Berlin interpretieren: Kann man urbane Entwicklung und alternative Angebote vereinen? Können Bürogebäude und subkulturelle Räume koexistieren? Wie sieht es aus, dieses Berlin der Zukunft – eine Metropole, in der Kreative weiter existieren können, oder eine Großstadt, die sich nur den Anschein gibt, ein Mekka für Künstler zu sein, w...

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