Die Partnerschaft von Blue Apron mit Airbnb ist ein kluger Schachzug

Motley Fool Investmentanalyst

Der Hersteller von Menüsets Blue Apron (WKN:A2DS2W) hat kürzlich eine neue Partnerschaft mit Airbnb unter dem Titel „The Best Home Cooking from Around the World“ vorgestellt, eine Zusammenarbeit, die das Küchenteam von Blue Apron mit lokalen Airbnb-Experiences-Gastgebern in Paris, Florenz, Mexiko City, Buenos Aires, Tokio und Shanghai zusammenbringt.

Airbnb wird es den Nutzern ermöglichen, Mahlzeiten und Erfahrungen mit ausgewählten Gastgebern in diesen Städten zu buchen. In der Zwischenzeit wird Blue Apron seine Mahlzeiten – darunter Steak Frites, Schweinebraten und Salsa, Rindfleisch-Empanadas, Hühnertostadas, Reisschalen und Kung-Pao-Hühnchen – in Menüsets für seine Zwei-Personen- und Familien-Kunden anbieten.

Die Aktion dauert sechs Wochen und beginnt am 16. April, wobei jedes Rezept für eine Woche angeboten wird. Das ist eindeutig eine Win-Win-Partnerschaft für Blue Apron und Airbnb. Blue Apron erhält über Airbnb neue Rezepte und Marketingmöglichkeiten, während Airbnb für Erlebnisse wirbt, die es den Nutzern ermöglichen, Mahlzeiten zu buchen statt zu übernachten.

Wenn Blue Apron sich weitere ähnliche Partnerschaften sichern kann, kann es potenziell mehr Kunden erreichen, ohne sein Marketingbudget zu erhöhen.

Warum Blue Apron seine Ausgaben kontrollieren muss

Blue Apron gab letztes Jahr sein öffentliches Debüt bei 10 US-Dollar pro Aktie, aber die Aktie, die jetzt bei etwa 2 US-Dollar gehandelt wird, hatte mehrere Probleme.

Erstens sind große Wettbewerber wie Amazon.com (WKN:906866) und Wal Mart (WKN:860853) in den Markt eingetreten. Beide haben die Größe und Logistik, um einen kleineren Akteur wie Blue Apron auszustechen.

Blue Apron hat in den letzten zwei Quartalen damit begonnen, Kunden zu verlieren, und konnte diese Verluste nicht durch eine leichte Verbesserung des durchschnittlichen Umsatzes pro Kunde ausgleichen. Dies führte dazu, dass das Umsatzwachstum im letzten Quartal ins Stocken geriet und negativ ausfiel.

Kennzahl Q2 2017 Q3 2017 Q4 2017
Kundenzahl 23 % (6 %) (15 %)
Durchschnittsumsatz pro Kunde (5 %) 8 % 1 %
Gesamtumsatz 18 % 3 % (13 %)

WACHSTUM GEGENÜBER DEM VORJAHR. DATENQUELLE: BLUE APRON QUARTALSBERICHTE.

Das Ergebnis blieb mit einem Nettoverlust von 39,1 Mio. US-Dollar im letzten Quartal ebenfalls tief im Minus. Die Reaktion von Blue Apron auf die Krise war nicht ermutigend. Das Unternehmen entließ Hunderte von Mitarbeitern, wechselte die Geschäftsführung und versuchte verzweifelt, die Kosten zu senken. Es beendete das letzte Quartal mit 228,5 Millionen US-Dollar in liquiden Mitteln, aber der Cashflow ist negativ und wird durch 124,7 Millionen US-Dollar an langfristigen Schulden belastet.

Können Markenpartnerschaften Blue Apron retten?

Die Bärenthese für Blue Apron ist einfach. Amazon, Wal-Mart und andere Hersteller werden Marktanteile gewinnen, während Blue Apron seine Marketingausgaben (minus 32 % im Vergleich zum Vorjahresquartal) senken muss. In der Zwischenzeit werden die Kunden weiter abwandern, die Verluste werden größer, und die Aktie könnte auf Null sinken.

Die Partnerschaft von Blue Apron mit Airbnb sagt mir jedoch, dass das Unternehmen über den Tellerrand hinausschaut. Airbnb ist eine der beliebtesten Peer-to-Peer-Mietplattformen der Welt und erreicht wahrscheinlich viel mehr Kunden als Blue Apron.

Alexa platziert Airbnb als die 93. beliebteste Website in den Vereinigten Staaten, während Blue Apron auf Platz 1.978 liegt. App Annie sieht Airbnb als viertgrößte Reise-App auf iOS in den USA, während Blue Apron in der Kategorie Essen und Trinken auf Platz 66 rangiert.

Wenn Blue Apron mit anderen populäreren Plattformen zusammenarbeitet, könnte es mehr Bekanntheit erlangen, ohne sein Marketingbudget in die Höhe zu treiben. Es könnte sich mit Restaurants zusammenschließen, um individuelle Mahlzeiten auf der Basis von typischen Gerichten zu kreieren, oder mit kleineren Supermärkten, denen es an eigenen Mahlzeiten oder Lieferservices mangelt.

Ist das nur Wunschdenken?

Vielleicht lese ich zu viel über die Zusammenarbeit von Blue Apron mit Airbnb. Nichtsdestotrotz denke ich, dass es ein kluger Schachzug ist, um mehr Kunden zu erreichen.

Es ist unklar, ob diese Partnerschaft für Blue Apron einen großen finanziellen Unterschied machen wird, aber sie könnte den Weg zu anderen ähnlichen Kooperationen mit anderen Unternehmen ebnen, was dann die Marketingausgaben senken und Verluste verringern könnte.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

 The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 29.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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