Parlamentswahl in kleinem südamerikanischem Land Guyana

Fans von Präsident Granger vor ihrem Haus in Georgetown

Die Menschen im südamerikanischen Guyana haben am Montag ein neues Parlament gewählt. Allgemein wird mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Regierungsbündnis ANPU-AFC von Präsident David Granger und der linksgerichteten oppositionellen People's Progressive Party (PPP) von Irfaan Ali gerechnet. Grangers Bündnis verfügt derzeit mit 33 Abgeordneten nur über ein Mandat mehr als die PPP. Das Ergebnis wird wegen der vielen in abgeschiedenen Orten gelegenen Wahllokale nicht vor Freitag erwartet.

Die 65 Mitglieder der Nationalversammlung werden nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei sich die Wähler eher für Parteien als für Einzelkandidaten entscheiden. Der Chef der stärksten Partei oder Formation wird automatisch Präsident.

Guyana hat offiziell 750.000 Einwohner. Experten schätzen jedoch, dass mindestens ein Drittel nach Nordamerika oder in die Karibik ausgewandert ist.

Die an der Nordostspitze Südamerikas gelegene ehemalige britische Kolonie gehört zu den ärmsten Ländern des Kontinents. Doch dürfte sich das bald ändern: Nach einer Reihe spektakulärer Ölfunde durch ExxonMobil vor der Küste steht Guyana vor einem Ölboom.

Der Internationale Währungsfonds rechnet bereits für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 85 Prozent. Das wäre auch weltweit ein Rekord. Derzeit liegt die Ölförderung bei etwa 52.000 Barrel pro Tag, doch wird allgemein damit gerechnet, dass sie ab 2025 auf täglich 750.000 Barrel steigt.