Parlamentswahl in Frankreich: Kein Freifahrtschein für Macrons Partei

Kann die extreme Rechte ihren Schwung im ländlichen Frankreich beibehalten? Diese Frage ist vor den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag in aller Munde.

In Balagny-sur-Thérain hat Marine Le Pen in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen 70 Prozent der Stimmen erhalten. Der Friseur ist auch Bürgermeister des Dorfes. Seine Kundschaft hat oft das Gefühl, von Emmanuel Macron vergessen worden zu sein.

Ein Kunde sagte: "Warum sie für ihn gestimmt haben? Weil er die Vermögenssteuer abgeschafft hat, deshalb. Aber wir haben kein großes Vermögen, also..."

Bürgermeister und Friseur Philippe Maréchal meinte: "Wir würden uns wünschen, dass sie sich zusammensetzen und sich um das Leben der Menschen in Frankreich kümmern und nicht um die großen Industrien. Wir fühlen uns klein!"

Das nördlich von Paris gelegene Departement Oise ist eines der 30 Departements, die sich im April für Marine Le Pen entschieden haben.

Kein Freifahrtschein für Macron

Ihre nationalistische Partei Rassemblement National (RN) hat nur sechs Abgeordnete, da sie bei den Parlamentswahlen im Allgemeinen unter einer hohen Wahlenthaltung leidet. Der junge Kandidat Alexandre Sabatou macht Wahlkampf vor Ort und hofft, das zu ändern: "Die Menschen wollen Macron nicht noch einmal fünf Jahre lang unkontrolliert freies Spiel lassen. Ich denke also, dass wir Überraschungen erleben werden, was die Wahlbeteiligung angeht, und dass wir dieses Mal etwa sechzig oder sogar hundert Abgeordnete der Partei Rassemblement National im Parlament haben werden".

Das Ziel der Partei RN ist, Pascal Bois, den scheidenden Abgeordneten der Renaissance Partei des Präsidenten, zu besiegen.

Während der Debatten über den Impfpass wurde sein Haus niedergebrannt, und zwar von einer Gruppe, die nichts mit dem Rassemblement National zu tun hatte, sagt er. Er beklagt jedoch das Aufkommen von Radikalen: "Da wir von Extremen sprechen, gibt es die Partei Rassemblement National, die offen sagt, dass sie nicht unbedingt die Macht will. Wenn sie die Macht nicht wollen, was ist sie dann? Das ist nur Obstruktion. Sie surfen auf Sorgen, Ängsten und verunsichern unsere Gesellschaft."

Euronews-Korrespondent Cyril Forneris kommentierte in Balagny-sur-Thérain: "Den Umfragen zufolge könnte der Rassemblement National zwischen 15 und 45 der 577 Sitze in der Nationalversammlung erhalten. Die Präsidentenpartei Renaissance bleibt der Favorit, vor der Linksunion NUPES."

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